Sorgen

Ich mache mir Sorgen … sagt eigentlich schon alles –

um DICH …

War als Jugendliche Schlager- und Chansonfan B-) … da ich nur da die Texte von der Sprache her verstehen konnte.

Wer kennt folgende Zeile aus einem alten Schlager noch:
„Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich. Denk doch an morgen, denk doch ….. und jetzt kommt es … AN MICH!“  – Warum muss ich in einer „Krise“ an den anderen denken? Doch in unserer Programmierung ist dies Normal? Ein Ausdruck der Liebe, wenn ein anderer sich um uns Sorgen macht.

Ist es das wirklich? Ist das ein Ausdruck der Liebe?

Oberflächlich betrachtet, ja. Doch was verursachen, was lösen in meinem Erleben, die Sorge der Anderen um mich, aus?

Was geschieht in dir, wenn du diese Worte in dich hinein lässt?
Verändert sich deine Energie?
Bist du noch bei dir?

Ich weiß nicht wie es anderen Menschen damit geht. Ich kann also nur Erzählen, was ich in mir wahrnehme und wie es sich für mich anfühlt, welche Energie dann in mir aufwacht …

Es ist als würde mein Gegenüber mir einen mindestens 50 kg schwerren Betonsack auf die Brust werfen. Es verschlägt mir den Atem. Ich erstarre für einen kuzen Moment. Werde hart. Eine Schutzmauer zischt von unten nach oben und hüllt mich ein.

DAS WILL ICH NICHT.

Lass mich mit deinen Sorgen um mich einfach in Ruhe. Sorge dich soviel du willst, das kannst du ja handhaben wie es dir gefällt, aber mache es mit dir aus. Trage sie selbst und werfe sie nicht auf mich.


Krass?


Ja, vielleicht. Doch ich beobachte dies schon über viele Jahre. Was geschieht in mir (uns?), wenn andere Menschen sich um uns Sorgen und was geschieht in mir?

– Ich bin dann „genötigt“ mein Gegenüber zu beruhigen und ihn davon zu überzeugen, dass sie/er sich keine Sorgen um mich brauchen macht.

Ich werde also von mir getrennt. Bin bin meiner Aufmerksamkeit beim Anderen, kümmere mich um sie/ihn, statt gut für mich zu sorgen.

Wir Menschen, oder einige von uns, beginnen sich Sorgen zu machen, wenn es ihrem Gegenüber körperlich und/oder seelisch oder auch von einer äußeren Situation in dem das Gegenüber gerade steckt.

Ich weiß, dass das total Liebevoll gemeint ist.
Dass es für viele der Ausdruck von, ich habe dich lieb, ist.
Ich weiß es. James, mein Verstand weiß das.

Was hilfen deine Sorgen einem anderen Menschen?
Was kommt dabei wertvolles zum Vorschein im Du?
Was heilen deine Sorgen in Dir, im Du?

Da bei mir die Sorgen anderer Menschen – auch wenn sie noch so lieb gemeint und „normal“ sind – unterbrechen die Sorgen des Anderen um mich, meinen Prozess. Wie schon erwähnt, mir wird eine Last aufgeladen (so ich sie nehme – was ich oft noch tue) und ich „muss“ mich dann, statt um mich um die/den Besorgte/n kümmern … Da ich ja nicht will, dass sie/er sich Sorgen macht.

Ich fühle mich dann falsch, weil ich offensichtlich etwas tue, was andere in Sorgen hinein „zwingt“.
Und was meist noch obendrauf kommt, so das i-Tüpfelchen, das schwarze Sahnenhäubchen sind, die gut und liebevoll, helfenwollenden Ratschläge. Mach doch dies … vielleicht wäre es gut, wenn du das erst machst … oder du könntest das tun …

Wie soll ich da heraus finden, was MEINS ist. Was mein Weg ist. Was für mich dran ist?

Ich lasse mich vom Besorgten ablenken und damit auch verwirren. Das alte kindliche Gefühl und meine lange Sicht auf mich selbst, erwacht: Ja, ich hab doch eh von nichts ne Ahnung. Vielleicht bin ich wirklich so verpeilt und ich sollte auf andere hören! Ich kann dann nicht mehr, früher fast durchgehend, bei mir bleiben.


Was hilft mir oder was wünsche ich mir, was tut mir, von anderen Menschen, in einer „Krise“ gut?

Ja, die Situation hört sich als sehr herausfordern für dich an.
Was würde dir jetzt gut tun?
Was könnte ich für dich tun?
Magst du in dich hinein spüren und schauen, was zu der Situation schon an möglichen Lichtblicke, in dir ist?
Welche Emotionen sind gerade da, magst du was dazu sagen?

… und ähnliche Fragen.

Beim und für das andere Menschenwesen da sein.
Sich selbst vergessen.


Es geht nicht um deine Sorgen.
Du besetzt damit meinen Raum, obwohl du mir was Gutes tun möchstest. Mir helfen, mich unterstützen möchtest. 
Mit deinen Sorgen trennst du uns und mich von mir.
Du vertraust  nicht  darauf, dass wir alle, teilweise selbst, teilweise mit der Unterstützung von Anderen unsere Trennung (von der Quelle) aufheben können – um mit allen für uns „richtigen“ Lösungen und Antworten wieder verbunden zu sein.

Du bist bei dir und deinen Sorgen um mich, statt bei mir.
Du suchst Lösungen und Antworten für mich – weil meine „Krise“ etwas in dir triggert?

Du hörst mir nicht wirklich zu. Deine Lösungen und Anworten, mit denen du mir doch nur helfen möchtest, stehen bei dir im Vordergrund.
Du unterstützt mich, begleitest mich nicht in meine heile Quelle wo ALLE für mich wichtigen Antworten sind.

Zu krass?

Was denkst du darüber?
Wie geht es dir, wenn sich die dir nahe stehende Menschen Sorgen um dich machen?

Freue mich auf deine Erfahrungs- und Innen-Erlebniswelt.

DANKE


Michèle, Geschichtenerzählerin, Mittlerin zwischen den Welten

PS: Ja, ich weiß das diese Zeilen krass sind. Das es da noch viele Grautöne gibt. Jedoch fehlen im sich Sorgen um einen anderen Menschen machen, für mich, Farben und damit Fluss, der sich im DA SEIN (für mich) schnell einstellen würde.

Ob ich das immer so mache. Ich bin sicherlich auch nicht 100% frei davon, mir Sorgen um Andere zu machen und bin mir dann näher als dem Menchen den ich liebe, der mir wichtig ist, den ich unterstützen möchte, den ich zu seinen Lösungen/Antworten begleichen möchte …


2 Comments

  1. Marie-Anne

    Angst, Not, Sorg und Pein sollen deine Begleiter sein – ein Spruch aus meiner Kindheit, den ein katholischer Priester uns kleinen Schülern immer wieder rezitiert hat. Das zeigt alles, wofür viele Religionen, auch Ersatzreligionen (Staatsformen, Vereinigungen, Bünde etc..) stehen. Als Kind hat mich das erschreckt und zugleich meinen Widerstand heraus gefordert. Das 9jährige Kind das ich war, fragte den Pfarrer, warum Jesus die Liebe verkündete und wo das stehe mit der Angst und der Not und der Sorg… die Antwort war eine Ohrfeige wegen Frechheit. Kann noch heute die Empörung meines Kinder-Ichs spüren. Da wurde die Basis gelegt für mein Misstrauen gegenüber Institutionen aller Art. Und Michèle, ja, Sorgen sind Fesseln einer Angst, die nicht meine ist und wird. Es ist ein ständiges Tun, in der eigenen Selbstgewissheit und im VERTRAUEN zu bleiben und uns nicht von äußeren Einwänden aus dem Fluss der Liebe bringen zu lassen.

    1. Michèle

      Wow, der Spruch zeigt die Gesinnung die so lange offen oder verdeckt in unsere Köpfe eingepflanzt wurde. Möge dieses dunkle Kapitel der Menschheitsgeschichte nun zu Ende sein <3

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