Das arme Ich

Gestern, ausgelöst durch das Buch, Die Prophezeiungen von Celestine, blieb ich beim Lesen fasziniert bei den „Kontroll-Dramen-Figuren“ hängen und machte mich auf eine innere Entdeckungsreise meiner Kontroll-Figuren die darin mündetet, dass ich in mir die Figur der Unahbaren fand und dies die Frage, „Liebe ich mich?“, gebar und den Prozeß, die Geschichte in „Energievampire“ erzählte …

Die Kontroll-Dramen-Figur das arme Ich erforsche ich heute. Ich habe sie zu mir auf die Terrasse eingeladen um sie zu sehen und ihr Wirken in mir nochmals Revue passieren zu lassen aber auch, um für mich zu spüren, wie „groß/machtvoll“ sie noch in mir ist …

Mein armes Ich

… oder wie ich sie bisher nannte, meine Schmerz-Leidens-Dramen-Queen, die für ihre sensationellen Aufführunge nie einen Oskar bekam … was wirklich bitter ist …

Ehrlich, ich konnte so vollendet durch die Hölle gehen und darin schmoren … Aber, ebenso spektakulär waren die Zwischenräume in denen ich den Himmel berührte. Ich konnte mir ein Leben ohne diese Extreme von Leiden und Lieben nicht vorstellen und dies, obwohl mir die dunklen Nächte der Seele, die Tiefflugphasen nicht wirklich gefallen wollten … Ich zog in beiden Feldern, dem armen Ich und der lebenslustigen, lebenshungrigen Königin Mitspieler auf meine Bühne. Das arme Ich fand immer wieder „gute Mütter“ sowohl in Frauen wie in Männern, die sich wirklich sehr bemühten mir aus der schwarzen Loch (meiner Vergangenheit) heraus zu helfen, die bereit waren Verantwortung für mich zu übernehmen, die – wie ich einst gegenüber meiner Mutter – versuchten mir die Schönheit des Lebens zu zeigen, mich von meinem Leid (Opferrolle/armes Ich) zu befreien …

Es gab in meinem Leben eine Frau die begleitet mich mehr als 10 Jahre als gute, verständnisvolle Mutter, Beraterin und Abladeplatz für die „armen Ich“-Geschichten. Sie hörte zu, war fast immer verfügbar, unterstützte mich wo sie nur konnte – eine wirklich tolle „Mama“. Doch eines Tages da war Schluß. Da hatte sie so die Nase voll davon, mir ständig Mut zuzusprechen, mir bei allen meinen Entscheidungsfindungen zu helfen, mich aufzubauen, zu trösten, mitzufühlen und für meine ganzen „gräßlichen Geschichten“ der Vergangenheit und denen die ich neu inszenierten, zuzuhören,  sie katapultierte mich von einem Augenblick auf den Nächsten, aus ihrem Leben, was sich – aus meiner heutigen Sicht, als Geschenk der Selbstheilung erwies …

Ich verließ ihr Haus, lief wie betäubt zu meinem Auto und beim Öffnen der Autotür schoss ein Gedanken durch mich hindurch: Jetzt bist du zu 100% für dich selbst verantwortlich. Dies fühlte sich erst einmal wie ein viel zu große Last, die mich schier erdrückte, an. „Das also bedeutet, erwachsen zu sein.“, stellte ich verwundert fest und ich akzeptiere diese neue Herausforderung, nun selbst für mich zu sorgen. Dies ist nun 14 Jahre her und klar gab es noch einige weiteren „Dramen“ in meinem Leben, es gab auch phasenweise neue Mütter, wenn auch nie wieder in der Intensität. Frauen wurden zu Austauschpartnerinnen von denen ich lernte, gut für mich zu sorgen. Mich und mein inneren Figuren/Glaubenskonstrukte zu hinterfragen, meine Programme fühl- und sichtbar werden zu lassen …

Wie ist es JETZT?

Nun, ich bin auch heute nicht vollständig frei von „Dramen“ (Ängsten/Sorgen/Unsicherheiten). Jedoch nicht mehr geboren aus dem Armen sich selbst bemitleidendem Ich. Ich erkenne meine Dramen, meine Geschichten mit denen ich mir selbst ein Szenarion der Angst (Zukunftsangst) erschaffe und finde entweder allein oder im Austausch mit anderen, vor allem mit Frauen, schnell wieder raus. Ich brauche heute niemanden mehr die/der mich „rettet“, die/der mich „führt“, das Leben erklärt, mir Entscheidungen abnimmt, mir das Gefühl vermittelt, dass ich gut bin, wie ich bin … Ich achte und schätze die Unterstützung die ich heute von anderen Menschen erfahre, bin darüber immer wieder tief berührt Dankbar – aber es ist keine „Bedingung/unbewusste Forderung“ mehr … Oder anders, ich sehe die Unterstützung in den kleinen Handlungen, in einem Wort, in einem Feedback oder darin, erzählen zu können was gerade in mir abgeht ohne die Erwartung, dass mein Gegenüber eine Lösung für mich hat oder dies für mich löst … Das arme Ich, welches ja  in den Kinderschuhen stecken bleibt und wirklich angewiesen ist auf die „Erwachsenen“ ist gestorben …

Ja, ich erfahre heute viel mehr Unterstützung oder vielleicht anders, ich kann sie wahrnehmen, sie kommt bei mir an, da das arme Ich, welches nie genug „Zuwendung“ kriegen kann, ist nicht mehr da. Ich fühle mich in mir erfüllt und was an Zuwendung/Unterstützung zu mir fließt ist ein PLUS, ein Geschenk, welches mich wirklich immer und immer wieder tief berührt …

Es ist so anders. Es fühlt sich so ganz anders an. Freier. Reicher. Erfüllter und dies obwohl ich heute wesentlich weniger Menschen um mich habe, oft alleine bin, was ich früher so gut ich konnte, zu vermeiden versuchte um nicht Leere in mir zu spüren … Ja, manchmal fühle ich michimmer mal wieder LEER, doch ist diese nicht mehr bedrohlich sondern einfach vollkommen okay …

Besser kann ich es gerade nicht in Worten erklären …

In meinen intuitiven Begleitungen mit oder ohne Einstieg durch die kabbalistische Geburtsanalyse, auch wenn ich dieses Tool wirklich als sehr hilfreich empfinde, wünsche ich mir, dich ein Stück in dein „Erwach(s)en“ Sein zu begleiten. Dich dabei zu unterstützen, deine inneren Figuren, Sabeuter*innen und übernomme und erlernte Selbstverhinderungsmechanismen zu erkennen …

Selbsterkenntnis, Selbsterforschung ist für mich der erste Schritt zur Veränderung.

Michèle, intuitive Begleiterin, Mittlerin zwischen den Welten, Geschichtenerzählerin

Foto aus dem Fotoshoting mit der Seelenphotografin Lara Pulsar

 

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