Wohnzimmer ausmisten

Ich schreibe über das – was für mich, sich nach Sumpf anfühlt. Und dabei geht es mir nicht um Aufmerksamkeit, Langeweile oder was einigen noch so für Gründe, die nichts mit mir zu tun haben, so einfällt, was der Grund sein könnte, dass ich darüber schreibe.

Stell dir vor, ich schreibe nicht für dich. Ich schreibe für mich und wenn dir etwas gut tut, dann nimm es und den Rest lasse einfach bei mir.

Mir geht es nicht darum zu jammern. Auch nicht jemanden anzuklagen. Und ich gehe nicht davon aus, das Ganze zu sehen oder die Wahrheit zu kennen, noch habe ich die Weisheit mit Löffeln gefressen.

Ich versuchen zu analysieren und zu verstehen, was da vor sich geht und teile mit „dir“ meine subjektive Wahrnehmung und Schlußfolgerungen, aus dem was ich aus den MSM und aus den unabhängigen Medien an Infos finde und vergleiche. Meine Schlußfolgerungen können daher durchaus ganz anders sein als deine.

Ich teile mit dir, meine Wahrnehmung dessen was aus meiner Sicht politisch und zwischenmenschlich geschieht und womit ich mich unwohl fühle. Und ja, ich ziehe sicherlich für einige „komische“ Schlüße, da ich in Ecken schaue und Schubladen (Zusammenhänge vermute) wo „du“ vielleicht findest, die tun nichts zur Sache, die sollte man lieber zu lassen.

Meine Intention ist es Brücken zwischen dir und mir zu bauen.

Geht das im Moment überhaupt?

Nein. Das habe ich heute nach einer erneuten Diskussion in der es nicht um Fakten, sondern um meine Person ging, in dem Moment begriffen als ich Sabine Takiwa Kommentar las:

Ja, es tut weh, dass Menschen eine andere Haltung haben, das darf ja auch sein. Es darf aber auch sein, dass ich eine bestimmte innere Haltung habe.

Ganz ehrlich: Ich entferne alle Stänkerer aus meinem Profil, denn ich würde mir auch keine Menschen zu mir nach Hause einladen, die mir die Wohnung versauen und meinem Raum beschmutzen.

Der Raum in den social media ist mein Raum. Ich kann mich austauschen, aber ich lasse mich nicht beschmutzen. Wenn diese Achtung fehlt, haben solche Menschen in meinem Umfeld nix mehr zu suchen. Sie dürfen gerne ihre Meinung haben und sich mit ihresgleichen austauschen, aber alles andere ist ein NoGo.

Das ist meine derzeitige Haltung und ich muss nicht jeden lieb haben, sondern nur ehrlich sein und das war schwer genug, mir das zu erlauben. Ich denke, auch für einen Abiturienten ist es schwierig sich mit einem Erstklässler zu unterhalten und wenn man anfängt zu fragen, weshalb ein Mensch so oder so ist, macht man sich nur krank. Er ist so, weil er halt durch seinen Lebensweg so geworden ist und die jetzige Zeit zeigt einfach sehr klar die Unterschiede.

Die Liebe wird stärker und der Hass wird stärker und jeder hat für sich eine Entscheidung zu treffen, wo es für ihn hingehen soll.

Dann gilt es Menschen loszulassen, die sich für die andere Gruppe entscheiden – das ist so. Lass dich nicht fertig machen und lass die Leute nicht in deinen Raum, das zieht einen nur runter. Blockieren ist hier Gott-sei-Dank möglich. Ich fange mit denen auch gar keine Diskussion mehr an, kostet nur meine Energie und Zeit.

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Sabine, dank 🙂

Ja, ich tue mich schwer, sehr schwer, anderen Menschen die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Ein Teil in mir, versucht immer zu verstehen, viel tiefer gehen, will Frieden und eine Brücke bauen. Da ist was in mir das sagt: Es ist doch unmöglich, dass zwei Menschen, auch wenn die unterschiedlicher Ansicht sind, nichts finden was sie verbindet, unmöglich, dass es nur schwarz oder weiß gibt. Wir sind doch alle viel differenzierter als unsere Wahrnehmung, als unsere Interpretation, als unser Denken …

Doch was ich in dem C-Diskurs erlebe sind Du-Sätze. Du kannst doch das gar nicht beurteilen … du lebst doch so abgeschieden, was kümmert dich das Thema schon … du hast doch keine Ahnung, informiere dich … warum bist du bloß so unzufrieden … du lässt einfach keine andere Argumente zu … du bist auf dem falschen Weg … du bist doch gar nicht mitten drin … du informierst dich bei den falschen Quellen … du … du … du … du … du … du …

Das ergibt einfach keinen konstruktiven, lösungsorientierten Austauch und die Zeit und Energie die ich dafür die letzten Wochen aufgewenet habe, weil ich Brücken zwischen unseren unterschiedliche Wahrnehmung bauen wollte – da hats jetzt KLICK gemacht – ist eine Verschwendung meiner Lebenszeit und meiner Energie

Das war heute der notwendige Tropfen, der mein Gedudsfass zum überlaufen brachte.

Wenn du eine andere Sicht und Wahrnehmung hast, dann teile sie mit mir.

Was du über mich persönlich denkst, was du glaubst warum ich das tue, ob du glaubst ich könnte dies ja gar nicht beurteilen (für mich), da ich ja auf dem Land lebe und gar nicht mitten im Geschehen sei, wenn du glaubst ich sei auf der falschen Seite – obwohl ich einfach nur bei mir, meiner Wahrnehmung und dem bin was sich für mich eher als Wahrheit anfühlt, wenn du glaubst, ich würde die Menschen gegen das System aufhetzen, ihnen Angst machen, sie verwirren und was weiß ich noch was alles … Solche Kommentere zu meine Person, behalt sie einfach bei dir. Danke

Das faszinierende bei Du-Sätzen ist, dass wir mit einem Finger auf unser Gegenüber und mit DREI auf uns selbst zeigen. Also bitte räum erst mal bei dir auf. Und wenn du dann dich auf Augenhöhe mit Argumenten oder deinem eigenen persönlichen Erleben mit mir austauschen willst, sei Willkommen in meinem (social)Wohnzimmer.

Nun, jetz ist der Moment bei mir gekommen, wo ich die Du-Argumentierer*innen rigoros aus meinem Wohnzimmer auszumisten 🙂

Auch das ist ein gutes und liebevoll für mich selbst Sorgen – das ist mir bei den Zeilen von Sabine wieder bewusst geworden …

One comment

  1. Michele, du hast gar keine Ahnung, wie es mich berührt, dass dich meine Worte berührt haben. Von Herzen Danke. Die Unterstützung in unserem Wohnzimmerle geht reihum – das ist so schön, gerade jetzt. Ich durfte auch schon Impulse von anderen bekommen, die bei mir einen Stein ins Rollen brachte. Ja man kann Menschen die Hand reichen, doch wenn sie sie nicht nehmen wollen ist es oft schwer, sie loszulassen – es tut oft richtig weh, bis das Maß halt voll ist.

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