Wiederholungsschlaufe?

Ich schrieb ja schon, dass irgendwie dieses Mal alles anders ist/läuft. Waren bisher die letzten 6 Umzüge von einer lebendigen Neugier und großem Tatendrang mein Wunchprojekt, ein Haus der Begegnung, zu erschaffen sehr groß – fühlt es sich dieses Mal alles ruhiger und viel leiser, herantastender, hinspürend und gemächlicher an.

Beim Auspacken meiner persönlichen Dinge lief ich durch meinen Teil des Hauses und wusste gar wo es stehen will. Aber schon im Vorfeld, und dies in mir in meinem Leben bisher so noch nicht passiert, hatte ich null Vorstellung davon, wie ich es eingerichtet haben möchte. Auch der Grundriss des Hauses wollte sich nicht visualisieren lassen und somit konnte ich in Gedanken noch gar nichts einrichten …

Auch, dass ich wohin zurück gehe, kenne ich von mir überhaupt nicht. Okay, es gab einen Mann in meinem Leben, zu dem bin ich zig mal zurück gekehrt und einmal nach Jahren wieder auf eine Freundin zugegangen, was sich aber nun durch den Virus auch wieder auseinanderdividiert hat … Und ich ziehe den Schluss daraus, dass wenn etwas einmal vorbei ist, dann hat es keinen wirklichen Bestand mehr – durchaus möglich, dass dies ein alter Glaubenssatz aus den 13 Umzügen bis zu meinem 19 Lebensjahr, resultiert: „Das Leben ist ein Bahnhof – ein Kommen und Gehen.“

Was mich aber zur Zeit am meisten erstaunt und etwas beschäftigt ist der Umstand, dass ich nun wieder da bin wo vor 4 Jahren meine Abenteuerreise Andalusien begann. Oder fast da – 2 bis 2,5 Kilometer außerhalb von Periana. Warum trägt der Fluss des Lebens mich nochmals in die Nähe dieses Ortes? Was ist eventuell hier noch nicht abgeschloßen oder noch nicht in Frieden?

Ja, diese „Wiederholungsschlaufe“ verunsichert mich ein ganz klein wenig. Ich liebe es ja, ein Bild dessen in mir zu haben, was gerade an Heilungs- und Lernprozessen dran ist. Das habe ich (noch) nicht also, Geduld und Vertrauen in die Weisheit des Lebens darf erneut in einem neuen Thema geübt werden. 🙂

Nächster Punkt der mich etwas irritiert ist, dass ich „eigentlich“ ja eine andere Vision hatte und ich zu Jennifer mehrmals sagen konnte: Schade, dass du kein Mann bist B-) Da ich nämlich wirklich gerne ein Haus der Begegnung mit meinem „Seelenpartner“ erschaffen würde … aber wohl nur halbherzig bereit bin, mich wirklich nochmals auf eine Beziehung+ einzulassen bereit bin … kicher

Auch wollte ich ja unbedingt einen neuen Landstrich Andalusien erkunden und erleben – träumte von der Alpuchara. Mh? Doch die Weisheit des Lebens hat wohl etwas andere Pläne für mich. Ach ja, ich träumte von einer Gemeinschaft mit 10 Parteien und ehrlich, ich bin gerade sehr Dankbar, dass diese Gemeinschaft sich auf Jennifer und wer weiß, 1-2 Mitbewohner*innen auf Zeit oder Länger, reduziert hat um das Miteinander auf Augenhöhe üben zu dürfen …

Inzwischen haben casa fuente de vida uns aufeinander eingelassen. Seit zwei Tagen laufe ich durch meine und die gemeinsamen Räume und fühle, dass wir begonnen haben uns zu mögen. Vor zwei Tagen abends auf der Terressa fühlte ich körperlich, so etwas wie gegenseitige Vorsicht bis hin, sich gegenseitig die kalte Schulter zu zeigen. Das Gefühl dabei war, „wir“ kennen uns, zumindest dieser Ort und ich und irgendwie geschah zu irgend einer Zeit hier etwas, was dazu führte, dass ich diesen Ort und damit das Haus das nun auf diesem Fleckchen steht, mich mit viel Vorsicht annäherte. Doch wie gesagt, wir/ich habe mit dem Ort und damit mit dem Haus nun eine Beziehung angefangen und wir tun uns gut … Warum und woher dieses Gefühl kam, was für eine Geschichte dahinter ist, wird sich zeigen oder auch nicht – je nachdem ob ich es für meinen Seelenfrieden brauche oder nicht.

Und noch etwas verändert sich in mir. Dieses Feuer vom Neuanfang den ich bisher kannte ist erloschen. Wie ich Eingangs schrieb, es ist eine sehr langsame Annäherung, ein sehr langsames und friedliches Einlassen und ja, ich vermisse das Feuer der totalen Begeisterung wie ich es von mir auch kenne. Jedoch, es ist wie es ist und was geschieht ist, dass ich das Gefühl habe als würde ich vom Außen immer mehr in mich selbst hinein fließen …

Da ich im Internet kein Bild fand das passt und ich auch gerade keinen Impuls dazu habe, ein „gutes“ Bild zu malen, hier eine kleine Skizze dessen wie ich dieses in mich einfließen „sehe“. Von unten/außen hinaus durch das Kronenchakra in mich hinein.

Mir war schon vor dem Umzug bewusst, dass die Begegnung mit Jennifer, dieser Umzug hierher, unsere sehr tiefen und spirituellen Gespräche die Feinjustierung meines System bewirken wird. Womit ich nicht „gerechnet“ habe, dass ich mich nochmals im Zustand der Leere befinde – oder anders, auf nichts eine Antwort habe, keinen wirklichen Plan habe sondern zutiefst spüre, dass etwas sich in mir sammelt, was dann wohl irgendwann raus fließen wird … nehme ich jetzt mal an …

Alles in allem, immer noch eine spannende und abenteuerliche Lebensreise und dies obwohl ich im Grunde meines Seins nach nichts strebe, nicht das Gefühl habe, unbedingt noch etwas erleben zu müssen, nichts vermisse, kein Ziel mehr habe, was doch jetzt noch cool wäre zu erleben … Es ist cool, auch wenn etwas verwirrend … Was also will ich mehr? Nichts 🙂

Noch ein kleiner Zusatz: Auch wenn es manchmal so scheint, als wäre ich, wären wir in einer Wiederholungsschlaufe, wenn ich dann ganz genau hinfühle und schaue, erkenne ich selbst bei den „banalsten“ Alltagswiederholungen, dass es absolut keine Wiederholung gibt …

 

 

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