Unverletzt

„… ich fühle mich weder verletzt noch getrennt …“

Ich bitte alle Frauen, die sich von meinem letzten Beitrag „Die sexuelle Wunde„, unangenehm berührt fühlten, um Verzeihung. Natürlich kenne ich Frauen, die den Sex frei und unbeschwert genießen. Frauen die mir Vorbilder waren, in der Heilung der persönlichen Wunde durch Gewalt und Missbrauch. DANKE.

Wenn ich heute von „sexueller Wunde“ schreibe, dann sehe, fühle ich mit all jenen Frauen und Mädchen mit, die Unterdrückt, Abgewertet, Missbraucht, die einst auf dem Scheiterhaufen landeten … Als Mittlerin zwischen den Welten, kann ich in solche Felder eintauchen und sehen/fühlen was da los ist. Und was ich da sehe und körperlich spüre, ist alles andere als schön. Die sexuelle Wunde ist eine kollektive Wunde des Weiblichen und diese betrifft Mädchen, Frauen, Jungs, Männer und Mutter Erde gleichermaßen. Auch wenn viele Menschen sich mächtig in Zeug legen um sich aus dem Kollektiv zu lösen und sich sofort wehren, wenn sie ein „wir“ hören, (was ich gut verstehen kann, geht mir auch oft so … schmunzel), so bleibt es für mich eine Tatsache, dass es Trennung nicht gibt und es somit, unmöglich ist, nicht Teil von Allem zu sein. Vom Schönen wie vom Hässlichen. Vom Licht wie von der Dunkelheit.

Und im weibliche Feld, auch wenn viele Frauen bereits wieder zutiefst mit der Quelle der (sexuellen) Lebensenergie verbunden sind, so ist in diesem Feld noch sehr viel alter und neu hinzukommender Schmerz, enthalten, von dem kein Mensch, mein persönliches „Sehen“, frei ist. Jeder Schmerz, die Unfassbarkeit, das brutal heraus gerissen werden aus der Unschuld, dass getrennt werden von der (sexuellen) Lebensquelle, fließt und ist Teil der Quelle die uns nährt.

Wie unsere Lebensmittel, so ist auch diese Quelle verschmutzt. Und klar gibt es Menschen, die darauf achten möglichst wenig von dem Schmutz in sich aufzunehmen. Doch wie biologisch etwas auch immer produziert wurde, was bereits an „Gift“ gegen das Leben in den Böden, in der Luft und im Wasser ist, nimmt jeder auf … Die Quelle die uns speist, ob spirituell oder materiell ist nicht (mehr) rein.

 

 

Sexualität ist die Lebensquelle aus der alles kommt. Alles geschieht im weitesten Sinne, meines Wissens nach, daraus, dass aus zwei EINS wird. Wenn ich von Sexualität erzähle, so beschränkt sich dies für mich nicht auf diesen Akt der Paarung. Den auch wenn wir uns gerade nicht paaren, sind und bleiben wir sexuelle Wesen, sind und bleiben wir die Quelle aus der wir entstehen.

Meine Wahrnehmung ist, dass viele Menschen von dieser Quelle die sie sind, sich abgetrennt fühlen. Diese gar nicht wahrnehmen, spüren und somit auf diesem Planeten herum irren und hetzen, auf der Suche nach sich selbst … und dieses „ich bin“, das ist meine persönliche Erfahrung und gilt natürlich nicht für jeden und alle Menschen, kann durch das Tor der „Paarung“, durch Sex, wieder erfahren und integriert werden. Dies selbst dann, wenn Gewalt und Missbrauch der „Ausgangspunkt“ unserer Reise zurück zu uns selbst ist. Jedoch, die sexuelle Quelle MUSS nicht durch Sex, in uns wieder entdeckt, erfahren werden. Die „Paarung“ (Sex) ist eine Möglichkeit. Sexualität ist jedoch für mich, nicht mehr auf den Akt der Paarung mit einem anderen menschlichen Wesen beschränkt.

Sitze ich hier in der Einsamkeit an einer der Bäche die diese kraftvolle Bergwelt Andalusiens durchsieht, kann ich mich mit der (sexuellen) Lebensquelle verbinden. Habe ich „Sex“ mit dem Wasser. Ich werde zu Wasser, für eine Moment und dieses EINSSEIN ist ebenso nährend, kraftvoll, lustvoll, erweitern … wie das EINSWERDEN mit einem anderen menschlichen Wesen so diese Einswerdung in Demut geschieht …

Michèle, die Geschichtenerzählrin und Mittlerin zwischen den Welten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code