Sonnenblume

 8-tung lang aber durchaus lesenswert.

Welche ist deine Lieblingsblume?

Am Tag nach der Geburt meiner geliebten Tochter habe ich mir von ihrem Vater, für uns, eine Sonnenblume gewünscht. Für mich das Symbol des Lichtes. Und das ist was ich diesem neuen Erdenwesen mit jeder Faser meines Seins, wünschte. Die Sonnenseite des Lebens. Ich weiß für mich, dass dieses irdische Leben die Erfahrung von Schatten ist. Erst in dieser Gegensätzlichkeit, erfahren wir uns. Doch ich bat mit all meiner Liebe, mit der Kraft des Lichts, der Liebe wie wir Menschen es nennen, dass ihre Erfahrungen milde sind …

Das zweite Symbol, sie war gerade drei Wochen bei uns, war ein aus Holz geschnitzerter Delfin den ich bei unserem ersten Ausflug außerhalb der Wohnung auf dem stattfindenden Straßenfest vor unserer Haustür, fand.

Als ich im dritten Monat schwanger war, begleite ich ihren Vater auf seine Geschäftsreise nach … jetzt fällt es mir doch tatsächlich nicht mehr ein. USA. Da wo die Sonne immer scheint. Am Meer gelegen. Wie auch immer. Florida? Keine Ahnung mehr. Jedenfalls ging ich dort, wenn er zu seinen Meetings fuhr, jeweils morgens am Meer entlang. Ein unendlich langer und Menschenle(e)hrerstrand. Nur ich mit einem Wesen das in mir heran wuchs. Der Wind. Die Wellen. Der Geruch des Meeres. Blauer Himmel. Eines Morgens sah ich Delfine. Ganz nah am Strand. Dieser Anblick überflutete mich mit einem riesigen Vertrauen in mich als Mutter. Sie schwammen die ganze Zeit „neben“ mir. Mit Freudentränen lief ich „neben“ ihnen, doch irgendwann war es Zeit, dass unsere Wege sich wieder trennen … Doch jedes mal wenn ich Delfine, hier im Meer oder auf einem Bild sehe oder das Wort lese, erinnere ich mich an dieses lichtvolle Gefühl.

Der Delfin und später ganz spontan die Sonnenblume als Symbole reicher menschlichen Erfahrung an Liebe/Licht.

Ich könnte nun sagen, ich würde alles für meine Tochter tun. Doch da würde ich lügen. Denn ich weiß es nicht. „Man kann viel sagen, wenn der Tag lang ist.“ Niemand weiß je, wie lang ein gemeinsamer Weg ist. Sollte sie sich je verpflichtet fühlen, mich anzurufen … dann mögen sich in Liebe unsere Wege trennen. Kein einziger Mensch schuldet mir irgendetwas und am wenigsten meiner Tochter. So lange wir in Liebe verbunden sind, währt unserer gemeinsamer Weg und ja, ich wünsche mir, dass dieser Weg mit ihr bis zu meinem letzten Atemzug, bis zum Abstreifen meines irdischen Gewandes, währt. So sei es. So sei es. So sei es.

Wir lieben uns im Lieben eines anderen Menschen.

Da ist nichts Spektakuläres. Man ist einfach verbunden und wünscht dem anderen ein lichtvolles Leben – auch wenn dies bedeutet, sie/ihn den weiteren Weg ohne uns zu gehen. Doch oft wollen wir Menschen besitzen. Wir wollen haben, haben, haben … Halten uns an irdische Güter und Menschen fest im irrglauben, dass einem irgendetwas davon glücklich machen soll/kann. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst – bin keine Christin oder Bibelfan, aber es gibt durchaus ein paar brauchbare Sätze darin zu finden ..

Mich selbst lieben. Ein Freund sagte einmal, es sei unmöglich sich selbst zu lieben, wie er mich liebt. Mich schockte dies. Denn ich erfuhr es für mich ganz anders. Durch meine menschliche Liebe zu ihm und vor allem zu meiner Tochter, inzwischen die Liebe zur Natur, zu meinen Tieren und ganz oft zu dem was ich gerade tue, machte ich die Erfahrung, dass ich lieben kann. Dass ich Liebe/Licht bin – die eine menchliche Erfahrung macht.

Mein Pendeln zwischen meinen beiden Welten.

Oh nein, ich bin nicht nur Liebe/Licht. Ich bin zutiefst auch menschlich. Verletzbar. Nachtragend. Manchmal stur wie ein Steinbock. Verzweifelt. Traurig. Verärgert. Und, und, und … die ganze Palette halt.

Gestern habe ich mich erinnert.

Alles was ein Mensch tut, tut er einzig und allein für sich. Wir lieben um diese Liebe in uns zu spüren. Vielleicht ist dieses Erden-Mensch-Geschehen nur ein riesiges Spiegelcabinett. Ich weiß, in der „spiri“ Szene ist das Spiegeln schon wieder out. Kein Wunder, wenn wir glauben, dass irgendetwas im Außen uns 1:1 spiegelt. Unser Spiegel liegt in unserem Innern. In dem was in uns passiert.

Wenn einer auf der Autobahn bei hohem Verkersaufkommen mit 180 Std/km, ständig Spurwechseln alles überholt … Was denkst du dann? Was fühlst du? Vielleicht, der hat doch ein Knall! Der spinnt doch! Der gefährdet auch noch andere! Arschloch! oder ähnliches wird vermutlich durch die meisten Köpfe rasen und dieser Vorfal und das Verhalten des/der Fahrer*in uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Warum macht der das? So einer ist doch … blablabla.

Oft halten wir solche Situationen noch lange fest. Verurteilen. Werten. Unbewusst, damit man sich selbst, als der bessere Mensch, als so ein irrer Raser, fühlen zu können. Oder einige versuchen zu verstehen, warum der/die so gerast ist.

Doch egal in welche Richtung wir denken. Wir kommen nicht dazu zu fühlen. Doch dort liegt die Antwort. In mir, in dir. Was fühlst du? Neid? Angst? Wut? … Fühle dieses Gefühl und versuche dein Gefühl und die Botschaft zu verstehen. Könnte sein, dass diese Situation dich darauf hinweist selbst wieder einmal was „verrücktes“ tun oder vielleicht, sagt es dir, dass es etwas zu erledigen gibt und zwar schnell. Oder man würde selbst mal gerne diese Geschwindigkeit erfahren. Dann geh bitte auf den Hockenheimring. Danke

Fühle das Schöne und das Häßliche. Doch bleibe nicht in der Dunkelheit verfangen. Du hast immer eine Wahl. Werde dir klar, was du dir wüncht.

Immer wieder erblühlt die Sonnenblume … und welkt um neu zu erblühen.

Nur ein Geschichte

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