So schön. Besuch …

17.40 Uhr, 50 Grad auf dem Liegestuhl … Vereinzelte Wolken am Himmel … Ob wir das Glück von ein paar Regentropfen haben werden? …

Auch dieses Jahr fanden Nicola und ihr Mann, Zeit um bei mir rein zu schauen … Wie schon letztes Jahr erhielt ich überraschend am Montag eine Nachricht von Nicola: „Hallo Michèle, es ist soweit. Wir sind auf dem Weg nach Marokko. Wir sind gerade in Barcelona. Dürfen wir morgen auf ein Wasser vorbei kommen???“ Mein Herz sprudelte vor Freude über …Aus dem vorbei Kommen, am Dienstag, für ein Wasser wurde dann ein wunderschöner Abend, gemeinsam mit Freunden aus Andalusien. Andrè mit seinem Bruder, Frau und Tochter und noch eine Freundin mit ihrer Tochter. Die Männer saßen trommelnd hinter dem Haus, wir Frauen saßen vorne beim Pool, die beiden Mädels im Pool … Die Männer kochten, wobei ich am Nachmittag schon mal ein Gemüsecurry aufgesetzt hatte – das allen super geschmeckt hat … alles frisch aus meinem Garten …

Es war schön, dass die beiden  noch hier übernachtet haben und Nicola und ich so am Morgen noch eine Weile „ratschen“ konnten …

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… und sie erinnerte mich an eine fast vergessene Begebenheit mit meiner Tochter.  Nicola erzählte, dass sie damals, nachdem sie und Mohammed sich kennenlernten, ihre Mutter anrief um ihr von ihrem Glück zu erzählen. Die Mutter freute sich. Klar, welche Mutter freut sich nicht, wenn das „Kind“ glücklich ist … Irgendwann in dem Gespräch fiel dann sein Name. Es wurde still am anderen Ende der Leitung. „Mohammed? Wer ist Mohammed?“. „Mein neuer Partner?“. Es wurde wieder still. „Christ oder Muslime?“ – „Muslime“ … Totenstille und dann Themawechsel …

So ähnlich ging es mir vor einem Jahr, als meine Tochter mir über Skype freudestrahlend von ihrer neuen Liebe erzählte. Als sie mir sagte, dass er Muslime ist, sah ich sie schon verschleiert. Im Ernst, ich machte mir sorgen, ob er auch gut mit ihr umgehen würde … ob sie Muslime werden muss, falls sie heiraten … und wie würden ihre Kinder aufwachsen … Richtiges Mindfuck-Kino. Ich sprach natürlich mit ihr über meine Ängste und Bedenken und sie meinte dann: „Lerne ihn doch einfach erst mal kennen …“. Letztes Weihnachten war es dann soweit. Ich lernte einen offenen, nachdenklichen, kritischen jungen, sehr sympathischen Mann kennen und begriff, wie sehr auch mich die Medien und Berichterstattungen – auch wenn ich fernab vom Getriebe der Welt wenig mitbekomme – unbewusst Programmierten und Ängste (Vorurteile) eingepflanzt hatten …

Immer wieder faszinierend wie solche unbewussten Glaubenssätze sich einnisten. Bevor meine Tochter ihren Partner kennenlernte, hätte ich felsenfest behauptet, dass ich Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens, NIEMALS kritisch gegenüber stehen würde …

Bin ich nun davon „geheilt“? Keine Ahnung. Es zeigte mir auf jeden Fall auf, dass es immer um MENSCHEN, um Individuen geht und niemals um eine äußere Erscheinung wie Glaube oder Hautfarbe … Es zeigte mir aber auch auf, was eine gesteuerte Propaganda mit einem/mir machen kann und, dass ich nicht über diesen Dinge stehe …

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