Pepino, mein Lehrer

Seit einigen Tagen fordert er mich wieder heraus. Dachte eigentlich, das Thema mit Hochspringen und in der Vorfreude und dem Übermut auf den Spaziergang, nach mir Schnappen hätten wir hinter uns … Tja, aber es schlich sich ganz leise und von mir nicht wirklich beachtet, wieder ein bis … bis gestern einen Handlungsbedarfsimpuls in mir ausgelöst wurde.

Wie ein „beklopter“ Sprang er an mir hoch. Vollführte im Sprung Pirouetten, was ja echt eine Kunst für sich ist, jedoch wenn er gegen mich prallt statt neben mir zu landet, dann fühlt sich dies für mich bedrohlich an … Auch wenn ich weiß, dass er mir nichts tun würde. Fakt ist aber, er hat nun einmal ziemlich harte, scharfe Krallen und ein Gebiss mit scharfen Zähnen die auch im Spiel durchaus zu Verletzungen führen können … Worauf ich absolut keine Lust habe.

Gestern dann war so ein kurzer Moment wo mir klar wurde, dass ich keine Ahnung habe, wie ich dieses „Spiel“ unterbinden kann. Er hatte ein Grad an Überdrehtheit erreicht, wo ich ihn mit Worten nicht mehr erreichte und wenn ich versuche ihn am Halsband zu erwischen, dann drehte er lediglich noch mehr auf …

Ich war am Ende meines Latein.

Aus einem Impuls heraus drehte ich ihm einfach den Rücken zu. Er kam um mich herum um wieder vor mir zu stehen und ich drehte mich wieder weg …

… ich bin doch so brav … schmunzel

Wir haben dann vom Wohnzimmer bis zum Ausgangstor gute 20 Minuten gebraucht. Er, hüpfen, bellen, scheinangriffe … Ich demonstrativ, ihm den Rücken zudrehen – was erst einmal zu noch lauterem Gebell führte. Doch irgendwann wurde er ruhiger und die letzten 5 Meter bis zum Tor lief er dann total entspannt und ruhig neben mir, schaute immer wieder zu mir hoch … Ich „sah“ in seinen Augen, er hat „vertanden“.

Und dies geschah alles ohne Worte. Geschah aus meiner klaren Wahrnehmung davon, dass es mir reicht und ich dieses Spiel nicht mehr will. So entstand wie von selbst alles andere. Da der Verstand am  Ende seines Latein war, brauchte/konnte ich nur noch meinem Impuls folgen …

Es ist wie in der Kindererziehung. Eltern reden viel zu viel. Statt eine eskalierende Situation erst einmal wahrzunehmen, durch zu atmen und inne zu halten werden eimerweise Worte über sie geschüttet. Vergessend, dass das was ein Kind oder Tier mit mir veranstaltet, mit mir und dem was ich Ausstrahle, zu tun hat. Da helfen weder lange Monologe, noch Schimpfen und schon gar nicht Strafe. Erst einmal selbst wieder in die Gelassenheit kommen und dann kommt wie durch Zauberei auch der richtige Impuls. So lehren uns Kinder und Tiere, wenn wir present „zuhören/hinfühlen“ immer wieder, auf unsere Intuition, auf unsere innnere Herzstimme zu hören. Sie unterstützen uns dabei,  present und somit klar und gesammelt, in uns selbst zu sein und aus dieser liebenden Mitte heraus zu agieren und zu reagieren … Was einst meine Tochter mich lehrte, mir schenkte, führt Pepino nun weiter … schmunzel …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code