Packen für den Umzug

Wann dieser ist, weiß ich nicht. Es kommt darauf an, wie die Verordnungen sich lockern. Im Moment kann niemand mir beim Umzug helfen, weil niemand so weit von seinem Wohnort weg sein darf. Trotzdem beginne ich zu packen und morgen die ersten Kisten in das kleine Häuschen – casa pequena, zu schaffen, auszupacken und weiter einzupacken … da es gerade auch unmöglich ist, mir mehr Umzugskartons zu beschaffen … Ein bischen komme ich mir vor wie im falschen Film, in einer Satire …

Ich schaue zurück. Als der Umzug hierher geschah, dachte ich, ich hätte den 6er meines Lebenstraumes gewonnen. Endlich ein Haus, ein größeres Haus, das Haus der Begegnung. Einen Ort, von wo aus Frieden hinaus in die Welt geht. Menschen, die zusammen kommen, um gemeinsam die illusionäre Trennung zu „vergessen“, einen Ort des sich/mich Erinnern, wer wir im tiefsten inneren sind …

Es gab eine Zeit, da war ich sehr auf der Suche nach „Gott“. Ich saß im Wohnzimmer, und meditierte um endlich diese Verbindung an die ich mich aus meiner Kinderzeit erinnere, wieder zu finden. Meine damals zirka 7jährige Tochter schlich hinein, kuschelte sich an mich und fragte leise, was ich da mache. „Ich suche Gott.“ Sie stand auf, „… ich gehe wieder spielen“. Am Abend wenn ich sie ins Bett brachte, laß ich ihr eine Geschichte vor oder wir ließen uns gegenseitig an unserem Tageserleben teilhaben. An diesem Abend schaute sie mich an und sagte: „Mama weiß du was ich nicht verstehe, viele Erwachsene suchen nach Gott – dabei sind wir doch Gott.“

Im Herzen habe ich sofort verstanden was sie mir sagte. Schöpfer*innen, untrennbar verbunden mit allem was ist, dem wir Menschen den Namen Gott oder irgend einen anderen geben. Obwohl es kein Wort jemals wird beschreiben oder durch das Wort erfahren werden kann.

Etwas zehn Jahre danach brach meine Welt vollkommen zusammen. Ich schrieb es schon öfters, Panikattacken und lebensbetrohlichen Kehlkopfkrämpfe. Nahtoderfahrung.

Und als ich hierher kam, in dieses Haus kam, da hatte ich das Gefühl, ich sei nun in meinen Seelen-Herzwunsch angekommen. Menschen zusammen zu bringen. Voneinander lernen. Gemeinsam die Illusion von Trennung auflösen.

Tja …

Mitte Januar, knapp 10 Tage nachdem wir hier gemeinsam begonnen haben, kam es zu einer ersten kleinen Irritation. Ich entschied, es zu vergessen – ich wollte diese Chance, meine Vision Wirklichkeit werden zu lassen, nicht vermasseln – und habe mich und damit in einem gewissen Sinne auch die Teamplayer*innen mit denen ich das aufbauen wollte, belogen. Ich war nicht bei meiner inneren Wahrheit geblieben. Ich „hörte/spürte“ genau, dass das der Beginn des Untergangs ist und schob es weg. Fokussiert mein Traumziel und redete mir ein, dass schon alles gut wird … Doch die Kluft wurde von Woche zu Woche intensiver aber ich sprach es nur dreimal aus … und dann war es vorbei. Ich flog aus dem Projekt raus.

Warum habe ich geschwiegen?

Auf der irdischen Ebene? WEil ich meinen Traum nicht aufgeben wollte. Weil ich keine Ahnung hatte was ich dann, wenn ich jetzt gehe, machen soll, wohin ich soll. Ich war ein ganzes Stück weit in meine alten kindlichen Muster zurück gefallen und das faszinierende dabei ist, dass ich in der Nacht vor meinem Umzug geträumt habe, wie eine Stimme zu mir sagt: Pass gut auf, dass du nichts ins Kind abrutscht. Ich habe versucht aufzupassen aber es war schon da und so spielte ich Erwachsene und es lief von Woche zu Woche mehr und mehr schief, zwischenmenschlich …

Auf der seelischen Ebene, habe ich hier nochmals intensivst mein wie Espenlaub zitterndes innere Kind gespürt. Ob sich dies je ändern wird? Keine Ahnung. Viele reden von der Heilung des inneren Kindes und von allen möglich anderen Tools. Ich habe über 20 Jahre fast wöchentlichen therapeutischen Sitzungen in allen möglichen Couleur hinter mir – ein sehr spannendes Feld. Doch es kam der Punkt, wo nur noch ich selbst mich heilen kann, indem ich mich mit meinen verstörten, ängstlichen inneren Kindanteile, annehmen. Annehme, dass ich stark und gleichzeitig auch immer schwach bin. Und da war es, was hier für mich geschehen sollte und geschah. Mich ein weiteres Stück selbst anzunehmen.

Heute verstehe ich, warum ich meine Vision einen Ort des Friedens zu erschaffen, so ein brennender Wunsch in mir war. Ich wollte für mich, einen Ort wo Menschen gemeinsam in ihren inneren Frieden kommen, weil es meine innere größte Sehnsucht, mein Lebensmotor war, mit mir und was auch immer war, in Frieden zu kommen.

Keine Ahnung ob dies ein guter Grund oder ob es ein Egotripp war, unbedingt ein solche Haus gründen zu wollen.

Im Moment jedenfalls habe ich keine Vision. Ja, vielleicht bleibe ich hier. Kauf mir von noch nicht vorhandenen Geld ein kleines Auto und kaufe für ältere Menschen ein, gehe sie besuchen, putze für sie, oder lese ihnen etwas vor oder bin einfach da … Eine Möglichkeit hier auf der Erde anzukommen und einfach die Brötchen etwas kleiner zu backen …

Vielleicht musste dies alles so geschehen, um aus meinem jahrelang gehegten Traum, aufzuwachen …

Doch wie auch immer, mich begleitet gerade ein Engel mit einer total coolen Hündin, die ich oft abhole und mit auf meine Streifzüge nehme, die Hündin, nicht der Engel . Sie, der Engel, hat auch organisiert, dass ich für alles was ich jetzt einfach nicht in dieses kleine Häuschen rein stopfen kann, so ich mich noch darin bewegen will, einen Unterstellplatz habe.

 

Loslassen.

 

Erst mal umgezogen sein, durchatmen und … alle viere von mir strecken und … Vamos a ver.

Im Moment fühle ich mich eher etwas „atemlos“ … etwas geschleudert oder so wie wenn man eine lange steile Rutschte hinunter brettert …

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Es wird sicherlich, ein weiterer spannende Weg

 

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