Leere

Am Freitag flog meine Tochter wieder zurück in ihr Leben. Wunderschöne, harmonische und fließende zehn Tage die ich voll und ganz genossen habe …

Am Mittwoch steht der nächste Abschied an. Nach fast fünf Monaten geht meine Mitbewohnerin in ihren neuen Lebensabschnitt …

Seit Freitag rutsche ich nun immer wieder in einen Zustand der inneren Leere. Bei den Spaziergängen und beim Aufsammeln von Mandeln oder beim Hausputz oder einem Sprung in den Pool, ist dieses Leeregefühl dann kurzfristig im Hintergrund und ich ganz im Hier und Jetzt. Was jedoch gerade nur suboptimal gelingt. Bin mit meinen Gedanken sehr in der (nahen) Zukunft, getrieben von verschiedenen Gefühlen, Gedanken und Fragen …

Ein ziehen in meinem Herz nach etwas Anderem ohne wirklich genau zu wissen nach was …

Also wieder einmal Geduld mit mir selbst haben. Annehmen wie es ist. Diese diffuse Sehnsucht hinnehmen und durchfließen lassen. Atmen. Immer wieder bewusst und tief durchatmen.

Fehlt die Mutterrolle?

Ich habe es geliebt Mutter zu sein. Für mein Kind da zu sein. Mit ihr zu diskutieren, ihr zuzuhören, für sie da zu sein, gemeinsam das Zusammenleben zu gestalten, unsere Andersartigkeit miteinander zu verbinden …

Mütterlichkeit

Ich liebe die Mütterlichkeit und gleichzeitig spüre ich, dass ich diese nicht einfach auf etwas/jemand anderen übertragen kann/will. Mütterlichkeit bekommen zum Teil meine Tiere und ich selbst. Oder Gäste die hier eine Weile mit uns, meinen beiden Hunden und drei Kater, leben …

Was bedeutet für mich Mütterlichkeit?

Für mich ist es die Fähigkeit zum Beispiel, wertfrei Zuhören zu können. Tips/Impulse zu geben, wenn ich danach gefragt werde. Zu spüren wie es meinem Gegenüber geht ohne dessen „Probleme“ ungefragt lösen zu wollen oder ungefragt „Ratschläge“ zu erteilen. Verwöhnen gehört für mich auch dazu. Jedoch kein einseitiges Verwöhnen sondern das fließende ungeforderte gemeinsame/abwechselnde Tun aus dem Herzen.

Zum Beispiel, morgens für das Frühstücksbrot Korn frisch mahlen und vor dem Spaziergang mit den Hunden, in den Backofen schieben oder mal das Frühstück oder danach das Geschirr spülen, den Besen holen und die Tierhaare zusammen kehren … Jede/r bringt sich ohne Endlosdiskussionen ein.

Stehen lassen können des Gegenübers in ihrer/seiner Welt. Diese so gut ich kann, verstehen zu wollen und zu spüren, dass ich mit meiner Welt(sicht) sein darf … Ein gegenseitiges Bereichern.

Das ist für mich gelebte Mütterlichkeit, wie ich sie mir unter erwachsenen Mitmenschen wünsche.

… und dies habe ich in den letzten Monaten mit den Menschen die hier eine Weile verweilten, erlebt. Mit jedem Menschen etwas anderes, jedoch immer das Eigene und das Gemeinsame in einem nährenden, erfüllenden und erweiternden Fluss, in der Freude und dem Genießen des Zusammenseins ohne aufeinander zu hocken oder aneinander zu kleben …

… und nun ist erst mal Pause.

In mir arbeitet es.

Ich LIEBE es hier so nah am Naturpark zu leben. In diesem tollen Haus. Bräuchte aber für mich selbst lediglich einen Raum, Küche, Bad und NATUR um draußen sein zu können … Allein ist das Haus zu groß. Ein Zimmer mit Bad, welches nun leer steht. Ein kleineres Zimmer mit einem Bett und einem Schreibtisch wo ein paar Dinge von mir stehen, aber ansonsten nicht genutzt wird …

Fragen die in solchen Phasen immer wieder auftauchen:

Ist es Zeit weiter zu ziehen?

Ist es Zeit die Idee eines „Hauses der Begegnung mit dir selbst“, aufzugeben?

Ist es Zeit andere Menschen, ein Zusammenleben zu visualisieren?

Ist es Zeit nach Deutschland zurück kehren?

Ist es Zeit eine Entscheidung zu treffen?

Ist es Zeit Geduld zu haben?

Ist es Zeit damit zu leben, dass keine Entscheidung sich „richtig“ anfühlt?

Ist es Zeit, geschehen zu lassen?

Letzteres ist das einzige was wirklich immer wieder zutrifft.

Geschehen lassen und schauen was passieren will …

Denn passieren tut eh immer etwas, ob es sich gerade gut oder weniger gut anfühlt ist dabei absolut irrelevant. Nur beobachtet, ist es was es ist und geht eh vorbei … Wie restlos alles immer vorbei geht auch wenn wir vielleicht oft das Gefühl von Stagnation oder Wiederholungen haben … Kein einziger Augenblick ist wie der Letzte oder der Nächste …

Atmen.
Entspannen.
Fühlen
Durchfließen lassen.
Schauen was passiert.

Michèle, Geschichtenerzählerin, intuitive Begleiterin, Mittlerin zwischen den Welten

 

 

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