Kapitalismus-Krise

Von Deva Buscha Glöckner

Ich hatte gestern eine totale Kapitatismus-Krise. Ich hatte einen Astrologen gehört, der nach Corona wieder einen Linksschub prognostizierte. Nicht in richtung altes Links, eher eine wirklich sozialere Form…

Das hat in mir sowas von was ausgelöst, das ich mir die Vorstellung schon so weit rausopperiert hatte, das es mir unmöhlich schien es mir überhaupt vorzustellen zu visualisieren…
Das wiederum hat mit einer langsamen Traurigkeit begonnen und hat den ganzen Nachwendeschmerz hoch geholt und diese furchtbare Anstrengung im Kapitalismus Fuss zu fassen so richtig fühlbar gemacht. Es ist mir gelungen, aber nur in dem ich meine Linksanteile gut weggepackt habe. Ich fing an zu weinen, war aber überrascht, das die Trauer den ganzen Tag angehalten hat und immer wieder mit richtigen Schmerzschluchzern von vorn anfing…

Immer wieder hatte ich Bilder, Gefühle wie der scheiß verdammte Kapitalismus alles an kleinen Utopien und versuchen aufgefressen hat mit seiner hirnlos überbordenden Bürokratie, und anderen Bescheuertheiten. Bunte Republick Neustadt usw. Es erschien mir wie ein gefräsiges Monster und alles andere als „frei“… es hat uns nur immer versucht einzureden, das das frei ist, aber eigentlich bin ich immer mehr gerannt… ich bin total erschöpft gegen 10 ins Bett gefallen… nie hätte ich vermutet, das das Thema Kapitalismus/Sozialismus so viel Schmerz gebunkert hatte… ?

ich will da gerade nicht mehr mitspielen… ?

Liebste Deva, sanftes Powerweib. DANKE für deine Zeilen. Ich sehe/fühle dich und deinen Schmerz, deine Trauer. Fühle dich, wenn du magst erst einmal ganz zart und liebevoll in den Arm genommen. Boah eh, deine Zeilen gehen tief. Lösen Tränen und Erleichterung in mir aus. <3

Ich fühlte mich oft in meinem Leben falsch, weil ich das um was es in unserem Leben geht, um was sich alles dreht, nicht als Freiheit empfand sondern als Zwang – den ich mitmache, weil ich ja auch miete zahlen muss … Klar, habe ich mir meine Freiheitsinseln erschaffen aber wirklich frei, kann nur die/der sein, der es sich auch finanziell leisten kann … Klar ja, die innere Freiheit kann dir/mir niemand nehmen. Und auch klar, dass je mehr ich das was ist annehme und damit in Frieden komme umso besser, freier fühle ich mich …

Mich hat es immer gewundert, wenn Menschen mir darlegen wollen, dass wir doch im „Westen“ so viele Freiheiten haben … Weil wir ohne Kopftuch rumlaufen dürfen? Tanzen gehen dürfen? Weil Sexualität fast kein Tabuthema mehr ist – so es sich in den Bahnen bewegt in der die Gesellschaft es gerade noch toleriert … Das weißt du selbst am Besten aus eigener Erfahrung als selbstbestimmte Prostituierte – dies nämlich kann es nicht geben. PUNKT

Was nicht in meine erlerntes Weltbild passt, muss bekämpft werden. So ist es auch mit den sogenannten Verschwörungstheorien …

Die Menschheit ist auf das „Dagegen“ programmiert. So wird das aufrechterhalten, was wer auch immer, als „gut“ und „richtig“ für das Volk – die Sklaven? – angesehen wird. Und wir machen mit, mit unserer Ablehnung/Bekämpfung all dessen was nicht in eigenen Weltbild passt.

Der Mensch ist programmierbar und wenn etwas lange genug gepredigt und von vielen gelebt wird, ist das die NORMalität die akzeptiert wird. Selbst Freidenker wie du und ich und viele andere, übernehmen das vorgebene System irgendwann – selbst mit dem Umbehagen mit dem das Mitschwimmen, begleitet wird.

Uns fehlt(e) die Vorstellung davon, dass alles auch ganz anders sein könnte. Dass wir es selbst in der Hand haben, ob wir hier ein Paradies oder einen Ort erschaffen, indem Ausbeutung, Gewalt, Krieg, Anpassung, etc. normal sind.

Ich finde es zum Beispiel nicht normal, dass Mutter Erde einigen einzelnen Menschen gehört und ich dafür zahlen muss, dass ich mir irgendwo eine kleine Hütte – keinen Palast – mit Garten zur Selbstversorgung, anlegen darf. Die Erde gehört uns allen … Aber das ist ferne Zukunftsmusik … die vielleicht durch Corona nun beginnt sich zu ändern.

Ich finde es nicht normal, dass wir Kinder mit 6 Monaten in Kitas geben. Welches Muttertier würde sein Kind an einen Ort bringen wo maximal zwei andere Tiere auf zehn oder mehr Klein“kinder“ aufpassen? Es ist wider der Natur aber für viele junge Frauen inzwischen normal und ja, auch verständlich. Ist Frau nämlich zu lange Mutter, verpasst sie den Anschluss in ihrem Beruf … und das finden wir normal …

Corona – die Krone unserer Schöpfungen – die für mein Empfinden in einem geldregierten System alles andere als mitmenschlich, frei, achtsam, nährend, erweitern, liebend, ist …

Ich habe keine Lösung. Weiß aber für mich schon lange, was ich mir wünsche. Was für mich Freiheit, Mitmenschlichkeit, Achtsamkeit bedeutet.

Zum Beispiel ein Aufwachsen der Kinder bei dem wir Erwachsenen nur einen Fokus haben – was bringt dieses Kind an Talenten mit und wofür kann und will es diese zum Wohle aller nutzen/einbringen damit es Freude an dem hat was es tut, damit es wertgeschätzt wird, für das was es für die Gemeinschaft einbringt, damit ihm das was es tut Spaß macht und es sich nicht wie arbeit (malochen) anfühlt …

Wir „weigern“ uns, davon auszugehen, dass wir hier gemeinsam das Paradies erschaffen können – weil wir schon so gefangen sind im Geldsystem, dass uns die Phantasie fehlt uns vorzustellen, wie es auch ganz anders sein könnte. Und was wir uns nicht vorstellen können, geschieht auch nicht.

Nein, ich habe auch keine Ahnung wie eine Gesellschaft funktioniert die in der Gleichberechtigung lebt, in der es einen gemeinsamen Fokus des Friedens gibt, in der es seblstverständlich ist, dass wir unsere Gaben und Talente in die Gemeinschaft einbringen, in der es um das gemeinsame Überleben geht, in der das Leben eine Quelle der Freude ist, in der wir uns selbst heilen können mit dem was Mutter Natur uns gibt, in der vielleicht Krankheiten wie wir sie heute kennnen, gar nicht mehr gibt, da Krankheit aus meiner Sicht immer ein Hinweis dafür ist, sein Selbst nicht zu leben, zum Ausdruck bringen zu können. Du liebst was du tust, was du aber tust ist in der Gesellschaft nicht „Salonfähig“ also wird deine Freude, dein Energie immer wieder „erniedrigt“, damit du aufgibst was dir am Herzen liegt, wofür du geboren wurdest, was eines deiner Talente ist … In einem Paradies wärest du eine Göttin der Liebe, würdest, wer weiß, eine Liebesschule leiten und dich mit deinem Wissen frei entfalten dürfen, würdest dafür geschätzt und geachtet … … …

Corona – der Prozess zu uns selbst. Zum Frieden. Ins Paradies? <3

Bild: https://notinovelas.com/mision-sos-aventura-y-amor/

S.O.S Mission – Abenteuer und Liebe

Bild: https://notinovelas.com/mision-sos-aventura-y-amor/

2 Comments

  1. Deva

    Ehhhhh, Schatzi… es gibt einen Punkt wo ich ganz anderer Meinung bin, und wo vielleicht ein Blick auf eine andere Lebensweise helfen kann. Das Ding mit den Kitas… das hatte sehr viele positive Effekte bei uns, aber vielleicht auch weil viel Energie in die Kitas geflossen ist. Ich war wahnsinnig gerne im Kindergarten, hier hab ich mich gesehen und verstanden gefühlt. Ich war ein Einzelkind und in der Kita kam ich in Kontakt. Kita ist eine ziemich soziale, nachtürlich auch sozialistisch geprägte Einrichtung. Aber der staatsbürgerliche Schmodder hat nicht lange gehalten. 🙃
    Also als Kind kann ich sagen für mich war die Kita Rettung. Ich hatte eine odee mehrere Super Erzieherin und ich bin selbst später noch hin. In die Schule zu kommen war hingegen traumatisch. Dadurch das die Frauen relativ zeitig wieder angefangen haben zu arbeiten, hatten sie einen anderen Stellenwert. Es gibt etliche Dokus über Ostfrauen. Ostfrauen sind wesentlich Selbstbewusster, auch Sexueller und Selbsbestimmter. Die lassen sich viel weniger sagen und brauchten gar nicht so viel über Emanzipation zu erkämpfen. Sie verdienten zwar auch weniger, aber hatten viel mehr wichtige Posten. Sie waren keine Heimchen am Herd. Und das haben sie auch so weiter gegeben. Also Kitas sind eher eine Sozial geprägte Erfindung und auch alle Utopien haben immer wieder Spezielle Kindereinrichtungen gehabt. Manche zu viel, da ist der Kontakt mit den Eltern verloren gegangen. Aber eine Kita wär bei mir immer ein wichtiger Teil einer neuen Kultur… 😉
    Ein sehr wichtiger, denn es baut an der Zukunft. Also in die Art wie eine Kita arbeiten söllte, würde bei mir viel Energie fließen… und… bei vielen Elern ist es weniger gesund, die prägendste Zeit mit ihnen verbringen zu müssen. Eine gute Kita gibt prinzipiell erstmal gleiche Chancen…
    Das Problem.im Kapitalismus ist, das es zu wenig Kitas gibt und man damit auch nicht wählen kann… zu wenig Förderung in das Thema…

    1. Michèle

      Herzdank für deine Sichtweise <3

      Ich habe das Gefühl, dass Kiga (Kindergarten ab 3 Jahraen) und Kitas (ab 6 Monaten) verwechselst. Ja, Kindergärten sind toll, wenn sie gut geführt und viel Freiraum zur Entdeckung lassen. Es ist ein Ort, wo Kinder von Kindern lernen und ihre Welt erweitern und ja, als Einzelkind mit Abenteuerneugier ist ein Kindergarten ein wichtiges muss. Ich weiß noch wie meine Tochter sich darauf freute, noch mit viel mehr anderen Kindern zusammen zu sein als "nur" mit ihren beiden Freundinnen, die sie bisher hatte ... <3

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