Ich bin UNVERLETZT

12.28 Uhr, strahlender Sonnenschein bei 28 Grad am Schatten …

Ich habe vor ein paar Tagen bereits über die „grünen Teppiche“ berichtet, die sich gerade in Parque Tejeda, ausrollen.

Es ist herrlich und ich konnte nicht anders, ich „musste“ diese kleinen grünen Flecken photographieren. Klar, für Menschen die nördlicher leben, ist grün Alltag … Jedoch, stell dir vor es ist Winter bei dir. Überall Schnee oder alles grau und feucht und dann im März, endlich erwacht sie wieder die Natur. Die Krokusse lugen als erstes wieder aus der Erde, die Bäume schieben hellgrüne Blätter hervor … Ist das nicht jedes Jahr immer wieder ein Geschenk, ein Wunder? …


So geht es mir hier in Andalusien nach dem Sommerschlaf, wenn im Herbst und Winter hier die Natur wieder erwacht. Wenn die Samen wieder aufspringen und sich die Pflanzen durch die harte, staubtrockene, steinige Erde schieben …

Beim photographieren dachte es, es ist doch wie bei uns Menschen. Auch in uns ist ein heiler Samen dem weder die Hitze noch die Kälte etwas anhaben kann. Ein Samen der durch äußere Umstände bereits in unserer Kindheit und noch ganz oft auf unserem Weg, sich vor der Hitze oder der Kälte schützt und in den Sommer-/Winterschlaf fällt … Um eines Tages, wenn die Außentemperatur, unser Lebensumfeld, wieder stimmt, springt der Samen auf und es wächst daraus die Pflanze unseres Seins …

 

 

Der einzige Unterschied ist, dass der menschlichen Winter-/Sommerschlaf manchmal sehr lange dauert … über Jahre dauern kann.

Doch wie lange dein Winter-/Sommerschlaf auch dauern mag, sei gewiss, der Samen in dir ist unbeschädigt, was auch immer geschah, welche Wetterbedingungen ihn auch immer in in den Schlaf versetzt und ihn damit geschützt haben.

Der Samen in dir ist UNVERLETZT.

Ich (DU) bin UNVERLETZT.

Mir ist bewusst, dass so ein Satz bei vielen Menschen, erst einmal auf Widerstand stößt. Das Recht verletzt zu sein, ist groß. Ich bin in meiner Kindheit … geschlagen … erniedrigt … missbraucht … eingesperrt … worden und da willst du mir sagen, ich sei unverletzt? … Lass deine Wut und Empörung zu. Spüre sie. Lass sie sich ausbreiten. Tobe. Stampfe. Schimpfe. Wenn es dir gut tut, dann nenne mich eine blöde Kuh oder was auch immer … Lass alles raus. Schreib „mir“ einen Brief …

Lies erst weiter, wenn du deine ganze Wut und Empörung gefühlt und ausgedrückt hast.

Dann atme tief durch und wappne dich für die Nächste Frage 😉

Wem dient dein Beharren, dass du Verletzt, dass du ein Opfer bist?

Vermutlich kommt gleich wieder Wut hoch … dann lass auch diese zu. Ganz und gar. Sie darf da sein. Sie will von dir gespürt und gesehen werden.

Nächster Schritt. Einatmen und nächste Frage.

Auf wenn bist du wütend?

Ich habe irgendwann für mich heraus gefunden, dass die größte Wut die ich habe, die auf mich selbst ist. Die Wut, dass ich mich so lange zurückgenommen, klein gehalten, in der Opferrolle geblieben bin … statt die Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen … statt mich auf meinen gesunden Samen zu fokussieren und zu erkennen, dass dieser auf EWIG unverletzt war und ist …

Wenn dir dies nach und nach wirklich bewusst wird, wenn du es dir erlaubst, diese Unverletztheit zuzulassen, dann kann der Samen deines unverletzten SEIN aufspringen und EINS werden mit dir.

Du bist der Samen.
Du + Samen = EINS = da-SEIN

                                    

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