HALT MICH FEST

HALT MICH FEST

Halt mich fest und sag: „Bleib“

Mach die Türe zu, wenn ich gehen will, mach die Türe zu und halt mich einfach fest. Sag mir, dass ich nicht verloren geh, in einer Welt, die keine Grenzen kennt und sag mir, dass ich sicher bin in deinen Armen, die mich halten, in einem Raum, der mich nährt, in einem Traum, den wir gemeinsam träumen.

Halt mich fest und bleib bei mir, auch wenn ich nach Freiheit schreie, wenn ich weglaufen will, vor dem was sowieso wieder in mir zu tosen beginnt, sobald der Sturm sich gelegt hat. Halt mich fest. Denn wie gerne würde ich einfach mal bleiben – das davonlaufen loslassen – gehalten werden und festhalten, was leise in mir nach Sanftheit ruft. Wie gerne würde ich einfach mal stehen bleiben, in den Moment fallen, statt von morgen zu träumen und still in deinen Worten badend, Halt finden.

Wie gerne würde ich einfach mal bleiben.

Denn vielleicht geht es nicht immer nur ums Loslassen, sondern um die Freiheit, die wir im Festhalten finden und alles Streben nach Veränderung, heilt sich im Wandel der Beständigkeit.Vielleicht geht es einfach nur ums Bleiben und darum einen Ort zu finden, der jedes Wort überflüssig macht, weil wir sowas wie Heimat gefunden haben.

Vielleicht geht es um Menschen, die uns sehen dürfen, nicht nur für einen Moment, sondern tiefer. Wir verschenken so viel Zeit mit unserer Flucht. Wir verschenken so viel Zeit mit Wünschen und Träumen und mit unserer Sehnsucht nach Nähe und nach allem was schon lange gegeben ist.

Vielleicht geht es ums Bleiben, weil wir das Davonlaufen schon so gut kennen, weil das ewige Rennen den stärksten Krieger irgendwann müde macht.

Und dann schließe ich ganz still und sacht die Türe und sage: „Bleib“.

Nina Konitzer

Bildquelle mir unbekannt

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