Geschafft

Ich bin geschafft. Meine Augenlieder und ich hängen durch und ich nehme Trauer und Sehnsucht in mir wahr. Und das ist gut, weisen sie mir doch den Weg in das Leben wie ich es, aus meinem tiefsten inneren, meinem Herzen, leben und gestalten will …

Gestern war ein langer Tag. Wir sind hier um kurz vor 10 Uhr los gefahren und kurz vor Mittelnacht zurück gekommen. Was wir sahen und erlebten, lasse ich Mila, die Reisekorrespondentin erzählen … noch schläft sie. Scheint eben so „genudelt“ zu sein wie ich.

Mein Teil der gestrigen Reise und der Wegweiser meines Herzenwunsch

Wir haben Maik Mönninghoff besucht. Eigentlich hätte wir uns, wenn alles so dahin gefloßen wäre wie es anfangs des Jahres schien, uns im April in Buenos Aires, dem Projekthaus der Begegnung in Torrox campo, kennen gelernt. Doch da kamen Umstimmigkeiten im Team und Corona dazwischen. Nun haben wir dies gestern nachgeholt. Maik zeigte uns auf seinem Handy den Ort seiner baldigen neusten Homebasis … WOW. Das ist genau das wonach mein Herz sich sehnt. Einen Ort mitten in wilder Natur, ein Fluß der durch das Grundstück fließt, Abgeschiedenheit …

Danke Maik. Da gerät etwas bei mir in Bewegung und in die Klarheit.

Ein Ort der Begegnung

Wie ich vor ein paar Tagen schon schrieb, möchte ich meinen Weg mit (m)einem Seelengefährten weiter gehen. Klar, war ich, seit ich hier in Andalusien bin, nicht immer allein. Im Gegenteil, die meiste Zeit versuchte ich Teil bereits bestehender Projekte, ein eigenes Projekt in der Abgeschiedenheit oder (m)ein Projekt neu mit Mitgestalter*innen ins Leben zu rufen …

Es war ein wichiger Weg um für mich heraus zu kristalisieren was mir wichtig ist. Für welche zwichenmenschlichen Werte ich gehe aus denen ich meine irdische Realität erschaffen. Und egal ob es in der oberflächlichen Betrachtung so aussehen mag, als seien alle Projekte schief gegangen, weil … Ja weil? Weil sie keinen 50jährigen Bestand hatten?

Nein, es ist nichts schiefgegangen. Im Gegenteil. Ohne all die Erlebnisse und Erfahrungen, die guten wie die herausfordernden, fehlte die Klarheit die sich nach und nach offenbarte. Die letzten 4 Jahre waren lediglich eine persönliche Schulung bei der sich für mich zeigte, was mir in zwischenmenschlichen Beziehung wichtig ist und was für mich, in einem Haus oder Ort der Begegnung auf Augenhöhre ein no go ist.

WICHIG für mich ist …

Kommunikation. Man ist nicht immer gleicher Ansicht und Meinung. Dies bedeutet für mich, sich den Raum und die Zeit zu nehmen, sich zusammen zu setzen, einander zuzuhören, Lösungsorientiert zu denken und zu handeln. Argumente für sein Anliegen aus dem Herzen und nicht aus dem Ego weil man z.B. der Part ist, der das Geld hat und dadurch glaubt, das alleinige Sagen zu haben. „Wer zahlt schafft an“ oder „es braucht in jedem Projekt eine Person die am Ende die Entscheidung fällt an die sich dann alle halten müssen“ … Das ist unser altes System. Das ist was die Politiker gerade mit der Bevölkerung machen, was schlechte Vorgesetzte in Betrieben machen, was u.a. auch Partner*innen mit dem Du oder mit den Kindern machen …

Für mich ein absolutes NO GO!

Wie kann es gehen?

Als meine Tochter klein war, war ich mit ihr in einer 12-Schritte-Freizeit oder auch bei den außergewöhlichen und tollen Silversterpartys von Deva, sah ich, dass es ein Miteinander auf einfache Art und Weise gibt, bei dem jede/r seine Talente mit Freude und von Herzen besteuert.

In der 12-Schritte-Freizeit hatten wir ein großes Blatt Papier auf dem die verschiedenen Aufgaben standen. Essen zubereiten. Tische decken. Abwaschen. Hof kehren aber auch Angebote, Reiten für Kinder, Meetings, Ausflüge, Vorlesen für Kinder, für Erwachsene, Spieleabende … und, und, und … Jeder steuerte das bei, was ihm Spaß machte, wo sie/er sich berufen fühlt. Es mangelte uns an nichts. Es gab drei Mahlzeiten am Tag. Für die Kits und die Erwachsenen jeden Tag eine Fülle an Angeboten an denen man teilnehmen konnte oder auch nicht. Ich genoß es sehr, dass meine Kleine sich rund um wohl fühlte. Mit anderen Kindern und auch anderen Erwachsenen zusammen kam und ich in Ruhe lesen, einen Spaziergang allein machen oder an einem Meeting oder sonstigen Aktivität mitmachen konnte. Klar wusste mein Engel immer wo ich bin und es war allen Kindern erlaubt uns zu „stören“ … was kein einziges Mal geschah.

Störungen hatten Vorrang. Bedeutet, wenn es Unstimmigkeiten gab, was es bei über 50 Personen die in einem Haus zusammen leben, einfach gibt, gab es genug Menschen die die „Kontrahenden“ auf liebevolle Art durch ihren Prozess der Uneinigkeiten begleiteten.

Es war alles da, was für mein Empfinden das Menschwesen braucht um sich frei, gesehen, angenommen zu fühlen und seine besten Seiten zu entfalten – das achtsame, werschätzende Miteinander. Den Mut und die Geduld durch die eigenen Themen, gehalten wenn nötig, von den anderen, durch zu gehen und genug Raum um für sich zu sein, um sich auch mal in sein Schneckenhaus zurück zu ziehen, Zeit für sich zu haben.

So verstehe ich Gemeinschaft. Heute mit dem Zusatz, dass ich meinen eigenen Raum mit Küche und Bad habe, eine Tür die ich ganz zu mache, wenn es dran ist, dass ich mit mir allein sein soll.

Ein großes Blatt Papier auf dem jede/r seine Ideen, die am Lagerfeuer vorgestellt wurden, einträgt und all jene dieses Vorhaben unterstützen, die den Ruf dazu in ihrem Herzen hören. Doch auch die Möglichkeit im Laufe des Entstehen seine Meinung ändern zu dürfen und sich einem anderen Projekt zuzuwenden, weil man spürt, dass man nicht mit vollem Herzen dabei ist. Oder gemeinsam zu ergründen, was den Fluss blockiert

Wann spüren wir, dass wir mit vollem Herzen dabei sind?

Wenn es leicht geht. Wenn es Freude bereitet, wenn es Spaß macht und wenn man Morgens aufwacht und sich schon darauf freut, weiter zu machen. Wenn Ideen und Lösungen einfach so daher kommen, einfach da sind, wenn es Hand in Hand geht, wenn man gemeinsam planen und vor allem auch lachen kann, wenn das Schwarmwissen mehr hervor bringt, als man dies allein sich überhaupt vorstellen konnte …

Ja, das also eine weitere Klarheit die durch den Besuch bei Maik im Laufe der Nacht sich in mir ausbreitete.

Ja, ich will von ganzen Herzen mit einer kleinen Gemeinschaft, vielleicht auch erst einmal nur zu zweit, (m)ein Ort der Begegnung auf Augenhöhe erschaffen.

Wie?

Keine Ahnung. Das klimpernde oder raschelnde Zeugs mit dem man sich z.B. ein Grundstück kaufen kann … dies zu erschaffen ist ein bei mir unterentwickeltes Talent

Doch was geschehen soll, wird geschehen. Jetzt, das merke ich gerade, ist meine Geduld und mein Vertrauen mal wieder gefragt. Mein immer klarer werden, dessen was mein nächster Schritt, meine nächste Erfahrung werden darf. Mein Fokus und damit raus aus dem „ach ich weiß nicht“ …

… und statt dessen meine eigene tägliche Reise ins Nullpunktfeld:

https://www.youtube.com/watch?v=gFRG9t2bN70

Michèle, Geschichtenerzählerin und Pilgerin/Heilbotschafterin zwischen den Welten


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