Forschen. Forschen. Forschen.

Durch meine nun schon dritte Woche der intensiven Selbsterforschung öffnen sich Türen in mir, die bisher von mir meist zugehalten wurden. Oder, deren Räume zu erforschen, ich mir zu klein, unbedeutend, nicht gut genug fühlte und sonstige, übernommene, erlernte, einprogrammierte Glaubenssätze mich daran hinderten, da wirklich einzutreten …

Als Kind wollte ich Forscherin werden und zwar wollte ich erforschen warum der Mensch tut was er tut. In den letzten Tagen, komme ich von einer „anderen“ Seite nochmals auf diesen, meinen Kindheitswunsch zurück.

Ja, der Mensch hat es mir angetan … kann durchaus mehrdeutig verstanden werden. Menschen begeistern mich, sie machen mich neugierig. In mir lodert ein Feuer, jeweils erforschen zu wollen, warum mein/e Gegenüber*in tut was sie/er tut. Warum Menschen sagen, denken, handeln … wie sie es eben gerade tun.

Als meine wundervolle Tochter durch mich auf die Erde kam, spürte ich diese lebendige Neugierde in mir: Wer ist dieses Wesen? Was bringt sie mit?

So ließ ich meiner Tochter so viel Freiraum wie nur möglich. Meine Aufgabe war es lediglich, darauf zu achten, dass sie sich geborgen, sicher, geliebt, gesehen, angenommen fühlt … Ich versuchte so gut es eben ging, meine Idee über das Menschsein, die ganzen Rollen die wir haben, außen vor zu lassen … denn, ich wollte kein Abbild von mir kennen lernen, sondern ich wollte mit jeder Faser meines liebenden Herzens, meine Tochter, ihr Wesen/Sein kennen lernen …

Ist es mir gelungen?
Keine einfache Frage. Denn klar ist, dass wir uns in zwischenmenschlichen Beziehungen / Interaktionen immer gegenseitig beeinflussen. Ich sie genau so, wie sie mich. Was wir haben ist bis heute ein offenes, warmes miteinander teilen unserer Gedanken. Wir sehen einiges unterschiedlich, doch jede von uns beiden, respektiert und wertschätzt das SEIN der anderen …

Durch mein Mutter-SEIN erwachte in mir der Wunsch, Eltern bei ihrer wundervollen Aufgabe, Kinder zu begleiten statt zu erziehen, zu unterstützen. Immer wieder versuchte ich und versuche es noch, ein Buch zu schreiben … aber irgendwie will es nicht so recht fließen. Trotzdem, das Thema lässt mich nicht los … es ist Zeit hier nochmals intensiv zu forschen, was da von mir in die Welt hinaus will …

Ein schon „alter“ Wunsch des Forschen löste meine Therapiekarriere aus. Ich ließ mich über 20 Jahre immer und immer wieder therapeutisch begleiten und hatte nie wirklich das Gefühl, dass ich genese oder mich wirklich veränderte, es mir wirklich besser geht ich stabiler werde … So entstand der brennende Wunsch in mir, ein „System“ erschaffen/finden , eine Art „Therapie/Heilung“ finden zu dürfen, welches Menschen dabei hilft, mit leidvollen Erfahrungen, anders umzugehen. Ich betete sogar in jungen Jahren darum, „man“ möge mir zeigen, wie ich andere Menschen die Gewalt und Missbrauch erfahren haben, von diesem Schmerz und der Blockierungen ein eigenes, kraftvolles, freudvolles Leben, zu haben, „erlösen“ zu können …

Dies tue ich inzwischen hier in meinem Haus in Andalusien oder in Begleitungen über Skype. Beides LIEBE ich sehr.

Jedoch spüre ich deutlich, da will noch mehr von mir in die Welt …

Also, bei diesen beiden „Wünschen“ lande ich gerade wieder …

Vamos a ver, was daraus wachsen will/soll.

Michèle die Geschichtenerzählerin und Mittlerin zwischen den Welten

Bild: Michèle Pellegrini

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