Emotionale Überfülle

Emotionen … Gefühle … Die letzten Tagen ging ich mal wieder mit diesen beiden Begriffen in Berührung.

Was sind für mich Gefühle und was sind Emotionen?

Ja, ich nehme da für mich inzwischen eine klare Unterscheidung wahr. Ein Geschehen und ein Erschaffen. Gefühle sind ein Geschehen. Ich sehe etwas und es löst ein Gefühl aus. Ein Gedanke huscht durch meine Hirnwindungen und löst ein Gefühl aus. Ich lese etwas und es löst ein Gefühl aus.

Jedoch sobald ich über das was im Außen wahrgenommen oder was in meinem Gehirn gedacht wird, eine Geschichte entsteht, trägt es mich in die Emotionen … die dann oft sich wie der momentane Herbststurm hier in den Bergen Andalusiens, aufbauscht … Es wird meist immer heftiger.

Dies habe ich an mir selbst und über viele Jahre in der Begleitung von Frauen die in ihrer Kindheit Abwertung, Missachtung, Ablehnung, Gewalt und/oder Missbrauch erfahren haben, beobachtet. Die Emotionen die durch das ständige sich immer wieder die eigenen Geschichten anzuhören, sie der/dem xten Therapeut*in oder Freunden zu erzählen, diesen Film der Vergangenheit sich immer und immer und immer wieder anzuschauen, kreieren einen Rattenschwanz an Emotionen.

Was sind Emotionen?

Es ist das Vermeiden von Gefühlen. Klingt das Paradox für dich? Das kann ich gut verstehen, ging mir sehr lange auch so, wenn mir dies jemand zu erklären und näher zu bringen versuchte.

Ich fühlte doch. Und wie ich fühlte. So sehr fühlte, dass ich mehr als einmal durch die dunkle Nacht der Seele, den Hades wanderte, mich voller Schmerz wie ein Embryo zusammen rollte und mir nur noch wünschte, es möge endlich aufhören …

Das „verrückte“ war/ist, es hat doch schon lange aufgehört. Was da geschah, geschah einem sehr kleinen Mädchen. Einem Kind. Einer Jugendlichen und ja, einiges an Wiederholungen mit etwas anderen Schauspielern und Aufführungen geschahen auch der jungen Frau, der reiferen Frau bis … Bis mir endlich definitiv klar wurde:

Verdammte Scheiße, was mache ich da eigentlich?

Ich kreiere Schmerz, das Ausgeliefert sein, die körperlichen Symptome, die Todesangst und -sehnsucht, immer wieder neu. Ich war in der Vergangenheit gefangen. Klar nicht durchgehend. Es gab HOCHzeiten in denen ich den Himmel berührte, auf Wolke 7 verweilte und unbewusst „wollte“ ich das so. Ich wollte diese extremen „Gefühls“Erlebnisse, sie waren der Beweis, dass ich lebe, dass es mich gibt, das ich fühlen kann … Ich sah nicht, dass ich ständig Emotionen kreierte und wie schon gesagt, um nicht Fühlen zu müssen …

Erst als ich mit Aus- und Weiterbildungen, da war ich, seit meiner Geburt bis dahin, schon fast 40 Jahre auf der emotionale Achterbahn gefahren, begann ich ganz langsam, unter viel Schmerz und Tränen das Fühlen zu lernen, zuzulassen.

Ja, es tat auch weh.
Ja, ich hatte auch todesangst.
Ja, ich fühlte mich auch in diesem Prozess wie zermalt.
Ja, ich fühlte meinen Körper oft nicht mehr wirklich.
Ja, ich fühlte viel echte Trauer.

… es war anders. Ruhiger. Fließender. Lösender. Erlösend.

Davor waren es Gedanken die Emotionen statt Gefühle kreierten:

Ich bin nicht gut genug = Scham.
Ich bin falsch, schlecht = Scham. Miederwertig.
Wenn du wüsstest wie ich wirklich bin – tiefe Scham ohne zu wissen für was ich mich wirklich schämte. Eine Scham die sagte, du bist schmutzig, du bist ein Nichts, du bist eklig … etc.

Ja, da war auch Schmerz. Auch Tränen. Da war aber vor allem Angst, Orientierungslosigkeit, masslose Überforderung (das Leben ist so schwer). Da waren körperliche schmerzhafte Symptome im Unterleib, in der Vulva, manchmal in den Brüsten – ich hab/bekomme Brustkrebs … ich werde sterben … neue Geschichten. Neue Emotionen. Neue Ängste. Neue Ablenkung vom Fühlen …

Danke Andrea Wirk für dein Video und deine  Erläuterungen zu dem Thema. Ganz wundervoll zusammengefasst.

Ich empfehle dir, dir diese 20 Minuten zu schenken und Andrea zuzuhören.

 

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Sowohl Andrea wie auch ich und viele andere wundervolle Menschen, begleiten Menchen auf ihrem Weg. Geben Impulse. Denk- und Fühlanstöße. Zeigen auf. Holen Dinge ans Licht, ins Bewusstsein. Andrea nennt es „BewusstSEIN-Weg“. Ich benenne es, „Mittlerin zwischen den Welten“. Wir wirken indem wir Dinge ins Bewusstsein holen. Dinge die du noch nicht wahrgenommen hast. Unterstützen dich dabei deinen Rucksack auszupacken und den Inhalt den du vermutlich schon lange mit dir mitschleppst anzuschauen und auszumisten …

Mehr zu Andrea(s) Wirk(en) auf ihrer Homepage, Buntes Seelensein

Ich  „pilgere“ mit dir durch dein Leben – Pellegrini kommt von pilgern

„Siamo pellegrini, e dobbiamo intraprendere un pellegrinaggio. (Italienisch) / Wir sind Pilger und wir müssen pilgern, um fortzuschreiten.“

 

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