Dualseele

Nein, ich glaube nicht an DIE Dualseele die mein ganzes Leben verändert, alles auf den Kopf stellt, es eine schwierige Beziehung ist, man darin wächst, es eine On/Off Beziehung ist und und und … vermutlich würden mir einige Verfechter*innen der Dualseelen-Philosophie am liebsten mit dem nackten Popo ins Gesicht springen … Kicher. Eh, alles gut. Ich will dir deine Erfahrungen nicht absprechen, ich will dir deinen Glauben an die Dualseele nicht nehmen, ich will dich nicht eines besseren belehren … ich sehe es lediglich anders als du. Ich habe meine eigenen Geschichte und du darfst von Herzen gerne, deine Geschichte haben.

„Wenn du deiner Dualseele wirklich begegnest, dann ist alles ganz anders als in jeder anderen Beziehung, die du davor je hattest. Es fühlt sich einfach ganz anders an. Und, Dualseelen vergisst du nie. Da bleibt immer eine gewisse Sehnsucht in dir. Oft ist die Beziehung aber auf der irdischen Ebene nicht lebbar. Aber das spielt keine Rolle, den ihr seit ungetrennt …“

Andreas. Ich begegnete ihm in jungen Jahren am türkischen Zoll auf einer meiner Motorradtouren. Eine riesige Schlange vor uns und über 50 Grad heiß. Ein minikleiner Baum an der Seite. Mit war schlecht. Ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Machte meinem Verlobten ein Zeichen, dass ich in den Minischatten des Minibaumes gehe … Ich saß eine Weile da. Benommen. Die Hitze brannte mir die Lebensenergie aus dem Leib und da ertönt hinter mir eine tiefe Stimme: „Eh, mach nicht schlapp!“ Ich drehe mich um und blicke in zwei Augen … Himmelblau. Bergseeblau. Veilchenblau. Keine Ahnung. Ich verschwand in diesen Augen. Löste mich darin auf. Blondes, leicht gewelltes, schulterlanges Haar. Wer schon mal ein Bild von Erzengel Michael gesehen hat, der hat nun eine Vorstellung davon, wie „mein blonder Engel“ aussah …

„Engel haben es an sich, dass sie einem beim vorbeifliegen mit ihren Flügeln berühren …“, schrieb ich damals in mein Reisetagebuch. Ich spürte intensiv in dieser Begegnung bereits den Abschied und mir liefen die Tränen runter … Wir hatten noch kein Wort gewechselt. Also ich hatte noch kein Wort gesagt …

Ja, wir blieben eine Weile zusammen. Er überzeugte seinen Freund, dass sie mit uns fahren. Meist fuhr er hinter und wir schauten uns in meinem Rückspiegel an … Mein Verlobter. Ehrlich, ich vergaß ihn in den Moment wo Andreas um mich war, vollkommen. Vor der Hagia Sophia berührte er kurz meinen Rücken … ich stand in Flammen. Hätte am liebsten geschrien. Es war Ekstase. Ein Feuer, dass ich bisher noch nie in mir erlebte. Kein sexuelles Verlangen. Darum ging es nicht. Das waren nicht die Gedanken … Wir waren EINS ohne groß die Chance zu haben, miteinander reden zu können …

Nach der Reise trennte ich mich von meinem Verlobten. Versuchte einen Job in Hamburg, wo er her kam, zu bekommen … Wir trafen uns in Hamburg oder in der Schweiz so oft es ging … bis, bis er auf einer Kur in Davor einer jungen Frau begegnete, die nur noch kurz zu leben hatte … sich in ihn verliebte … ihre erste große und einzige Liebe. Er blieb bei ihr, bis sie starb. Jahre später trafen wir uns wieder … doch war er, so empfand ich es, von der Mutter seiner Liebe gefangen. Er war nun ihr „treu“ … „Es geht nicht, ich kann mich nicht auf dich einlassen … es würde ihr (der Mutter des verstorbenen Mädchens), das Herz brechen …“

12 Jahre hat es gedauert, bis ich ihn nicht immer mal wieder vermisste, von ihm träumte und, nicht bei jedem Mal wenn in einer meiner Beziehung es begann schief zu laufen, dachte: Wenn ich mit Andreas zusammen gekommen wäre, wäre ich glücklich. Wo ich glaubte, dass das was ich an Nähe und in der Sexualität mit ihm erlebt hatte, eben nur mit ihm möglich ist und ich nie mehr erleben werde …

 

Dualseele?

Nein, für mich nicht. Er war der erste Mann der, warum auch immer, mich aus meinen Ängsten vor Verletzungen, Abschied, Trennung etc. einfach heraus katapultierte … Auf einem langen Weg lerne ich von Mann zu Mann, diese Matrix der Angst immer mehr zu verlassen … und erlebte vor vier Jahren dann nochmals eine zwei Jahre andauernter Weg mit einem Mann in der ich diese innere Freiheit von Glaubensätzen etc. immer wieder leben/erleben durfte …

Zweiter Dualseelenpartner?

Nein, für mich nicht. Jeder Mensch (Mann/Partner) war etwas besonderes. Mit jedem habe ich eine neue Form der Nähe erlebt … habe bei jedem einige meine Muster erkannt, bin an meine Ängste gekommen … gab es Wachstumsschmerzen … gab es Zeiten in denen wir den Himmel berührten und Zeiten in denen wir durch die Hölle gingen …

Jeder Mensch, auf den ich mich tief einlassen (auch asexuell), mich öffne, zeige, voneinander lernen, durch Prozesse gehen, ist für mich mein/e Dualseelenpartner*in … für wie lange auch immer.

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