Dreißig Atemzüge

Nach einen Tag im Schlafanzug auf dem Sofa und nun fast 12 Stunden Schlaf, hat sich Miss miese Laune verabschiedet. Ich hatte einfach keine Lust, noch einen weiteren Tag ihn ihrer Gesellschaft zu verbringen. Gegen 5 Uhr weckt Felix mich damit, dass er mal wieder auf meinem Schreibtisch herum schleicht und alles runter fegt, was möglich ist. Also aufstehen und den kleinen, liebenswürdigen Morgentyrann raus lassen und nach einer kurzen Kuschelrunde mit Sidi, gleich tief und fest nochmals einzuschlafen.

Gegen 8 Uhr wache ich erneut auf, höre das Plätschern des Regens und mir fällt ein Video ein, dass ich kürzlich in der Zeit mit Melanie hier mit ihr angeschaut habe: Morgens vor dem Aufstehen, erst einmal 30 tiefe Atemzüge nehmen – 1. Runde. Dann nochmals, jedoch dieses mal mit Luft anhalten nach dem Einatmen so lange es geht … und die 3. Runde, Luft anhalten nach dem Ausatmen so lange es geht … Ich bin nicht über die erste Runde hinaus gekommen. Es war faszinierend zu beobachten das so um den fünften tiefen Atemzug ich gedanklich ganz woanders hintrifftete. Ich wiederholte die Übung fast eine Stunde lang und das längste war, bis zum zehnten Atemzug wirklich mit meiner Aufmerksamkeit bei meinem Ein- und Ausatmen zu bleiben … Wow. So viele Gedanken, die so gar nichts mit dem zu tun haben, was gerade ist …

Mir wird klar, ich darf wieder mal etwas üben, mehr klar, wach und fokussiert bei dem zu sein, was gerade ist, was ich gerade tue. James, meinen Verstand und seine frei flotierende Gedanken wieder wach und klar wahrzunehmen … Werde mir also diese Übung, für wie lange auch immer, zu meinem Morgen im warmen Bett gekuschelten, Aufwachritual, verordnen … 🙂


Miese Laune (von gestern)

Ja, ich spüre eine Unruhe in mir. Habe das Gefühl, ich muss und will etwas verändern. Die Zeit der Einsamkeit ist vorbei und gleichzeitig, hänge ich an dieser Abgeschiedenheit und Einsamkeit, hänge am Standort dieses Hauses direkt neben dem riesigen Naturpark … Aber ich spüre, ich werde bereit für eine weitere Veränderung in meinem Leben. Was mich dabei umtreibt ist, dass ich glaube ich MUSS Wissen, was für eine Veränderung geschehen soll. Und dieses Nichtwissen – seit meinem Zusammenbruch Juni 2014, weiß ich es aber nicht …

Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin über Skype. Ich erzählte ihr von meinen Ängsten aber auch von meinen wundervollen, lebendigen Erfahrungen, die sich immer dann einstellen, wenn ich ganz im Vertrauen bin, dass ich „geführt“ bin.

Ich lebe nun seit Mai 2016 die meiste Zeit hier in Andalusien. Ich bin mit knapp 20tausend Euro gestartet, davon ist längst nichts mehr übrig. Eine Rente oder so was habe ich nicht und trotzdem lebe ich noch immer hier. Geschehen immer wieder Wunder, dass Menschen die mich kennen und Menschen die mich nicht kennen, mir Geld überweisen womit ich die Miete und unseren minimalistischen Lebensunterhalt ausgleichen darf oder es kommen, wenn ich im Vertrauen sind Buchungen für die kabbalistische Geburtsanalyse, für meine 40-Tage-Begleitungen oder für Einzelgespräche … Doch kaum rutsche ich wieder in die Angst – geht gar nichts mehr. Dann wird es Dunkel und nichts scheint sich zu bewegen, keine Buchungen mehr und dies löst dann noch mehr Ängste aus … Ein Teufelskreis und ich sehe meine Lernaufgabe darin, diesen immer wieder zu erkennen, anzunehmen, mich auch in meinem Ängsten, mieser Laune oder was auch immer, liebevoll und Erwartungsfrei anzunehmen …


Gedanken kreieren die Realität

Zumindest sind viele Menschen in dieser Phase dies zu erkennen, davon auszugehen. Ist es so? Die Neugierde und Forschende in mir, will es wissen. Will wissen, wie das Leben sich gestaltet, wenn ich mich immer wieder vollkommen mit allem annehmen was in mir und außerhalb von mir auch immer ist …

Es ist schon seltsam, obwohl ich inzwischen schon so oft erfahren habe, dass wenn ich im Vertrauen ins SEIN bin, mein Fluss fließt – falle ich doch immer mal wieder in Zweifel und Ängste.

Aber gut, es ist wie es ist …

<3

 

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