Das innere Kind

14.04 Uhr, 30 Grad am Schatten mit einem leichten, sehr angenehm Wind …

Ein Schritt beim Inneren-Kind-Prozess ist, sich selbst gute Eltern zu sein und sein inneres Kind als diese „gute Eltern“ zu umarmen und zu lieben … (Kurzform)

So habe ich es „gelernt“ und natürlich auch selbst geübt. Mal gelang es, mal nicht. Ich fühlte mich aber in dem Thema sattelfest genug um eine Klientin (fast 70 Jahre jung damals) durch ihr Mutterthema zu begleiten. Wir kamen an den Punkt, wo ich sie bat, sich selbst als Kind vor ihrem geistigen Augen anzuschauen und dieses wie eine Mutter in die Arme zu schließen … Ich spürte sofort, dass da was hackt. Was nicht weiter beunruhigend ist, da es oft lange braucht, bis jemand sich selbst als das Kind das sie/er war, wirklich in den Arm nehmen, sich selbst als dieses Kind lieben kann … Aber in dieser Sitzung war es gefühlt anders. Ich „wusste“, hier bin ich auf dem Holzweg. Sie murmelte leise: „Mir wäre es viel lieber, meine Mutter würde mich in die Arme nehmen“ …

Wäre ich bei dem einst erlernten Konzept geblieben, hätte ich ihr liebevoll vermittelt, dass sie nun selbst erwachsen sei und die Verantwortung für ihr inneres Kind nun selbst übernehmen müsse …

Ich bin zutiefst Dankbar, dass es mir immer wieder gegeben ist, mich leer zu machen und neue Wege zu gehen, die einfach als „Botschaft“ dann zu mir kommen.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es Eltern gibt die ihr/e Kind/er nicht lieben. Ich gehe aber davon aus, dass dies nicht so oft vorkommt sondern im Gegenteil: Eltern lieben ihre Kinder, auch wenn es für uns als Kinder sich nicht so angefühlt hat …

Und so bat ich sie ihre Mutter und sich als Kind zu visualisieren und dann kam der Satz von irgendwo her, den ich sie bat zu sagen: „Mama, hab mich lieb. Hab mich doch lieb.“ Es war genau der richtige Satz. Tränen liefen und es war in ihrem Gesicht zu sehen, wie sie sich nach und nach entspannte und diese Liebe, die ihre Mutter ihr nicht so geben konnte, wie sie es als Kind gebraucht hätte, in sich aufnehmen und annehmen konnte. Wie jede Zelle von der Liebe ihrer Mutter erfüllt wurde …


Wir hatten später noch einige Gespräche über ihre Mutter und sie sagte mir immer wieder, dass sie sich ihrer Mutter nun sehr nahe fühle und ihre Liebe immer wieder spüre.

Durch diese Session hat sich bei ihr viel gelöst. Viele alte, sie einst als Kind verletzende Geschichten, zeigten sich in einem neuen Licht. Verständnis für das Sein ihrer Mutter trat mehr in den Vordergrund und Vergebung konnte geschehen …

„Mama / Papa … hab mich lieb.“

Von der elterlichen Liebe können wir uns auch dann, wenn die Eltern bereits über die Regenbogenbrücke gegangen sind, auffüllen und erfüllen lassen … Auch wenn wir Erwachsen sind, wir müssen nicht alles alleine machen … Die Energie der Liebe unserer Eltern ist Ewig und so können wir diese auch „anzapfen“. Ihre Liebe die nicht von ihrer Lebenssituation, Sozialisation und gesellschaftliche Regeln und Dogmen, verdeckt werden ist „unsterblich“ …

Es ist für manche Menschen ein erster Schritt und möglicher Weg, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen und den Groll, der vor allem uns selbst schadet, gehen zu lassen.

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