Begleiter*innen

Als ich vor vier Jahren meine sieben Sachen packte um nach Andalusien zu pilgern – übrigens Pellegrini = ital. Pilger*in … musste ich entscheiden welche Bücher und davon gab es viele, ich mitnehmen will … Wobei von denen die mich hierher begleitet haben, viele nach und nach weiter zu anderen Leser*innen gewandert sind. Aber so ein paar, sind noch immer in meinem Regal – obwohl ich sie die letzten 4 Jahre nicht einmal in die Hand genommen habe …

Bis gestern. Mir war nach Lesen zumute und die Romane die hier in der casa casa pequeña stehen … na ja, bin nicht so die Romanleserin außer Historische Romane, hin und wieder …

Nun griff ich gestern zum Buch von Alan Watts, Die Illusion des Ich und war gespannt, was ich darin, nach fast 15 Jahren die seit dem ersten Lesen vergangen sind, finden werde. Ob ich es wohl „besser/anders“ verstehe als damals – wo in mir nur diffus das Gefühl war, eine „Weisheit“ zu lesen, die ich aber weder wirklich verstehen, noch und vor allem, nicht fühlen konnte.

Was ich nicht fühle, bleibt mir fremd.

Und ja, ich bin zwar erst auf Seite 72 (von 222) aber es ist mir, als würde Watts in Worte fassen, was ich heute fühle … oder in Worte fassen, wie ich mein in der Welt sein, mehr und mehr fühle (verstehe).

Hier eine für mich wunderschöne Metapher die in mir das Gefühl auslöste, dass mein Herz sich total ausdehnt und ich eine Weile lächelnd, nachspürend auf der Terrasse saß und in die Weite schaute …

„Das Gefühl, einsame und kurzlebige Besucher im Universum zu sein, steht in einem absoluten Gegensatz zu allem, was die Wissenschaft über den Menschen (und alle anderen lebenden Organismen) wissen. Wir sind nicht „auf diese Welt gekommen“, wir sind „aus ihr hervorgegangen“, wie Blätter aus einem Baum. Wie der Ozean „wogt“, so „bevölkert“ sich das Universum. Diese Tatsache wird von den meisten Menschen selten, wenn überhaupt, erfahren. Sogar diejenigen, die wissen, dass diese Tatsache theoretisch richtig ist, fühlen oder empfinden sie nicht, sondern nehmen sich weiterhin als isolierte „Ichs“ innerhalb der Grenzen ihrer Haut wahr.“

Alan Watts, Die Illusion des Ich
Erstausgabe: 1966
ISBN 978-3.442-21717-5

… wie Blätter aus einem Baum. Was für ein wunderschönen Bild. Hach, Sprache kann so berührend schön sein …

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code