Ausmisten

Morgen ist es soweit, meine Mitbewohnerin auf Zeit geht weiter und natürlich muss sie ihre Sachen anschauen und aussotieren … Was begleitet sie weiter, was wird verschenkt, gibt es etwas, was hier bleiben und mir noch dienen kann? …


Nun gut, wenn sie schon ausmisten, nehme ich den Impuls auf und setze die Idee, mich von einigen Dingen zu trennen gleich mit um …

Im Nu habe vieles  durchgeschaut und weggelegt. Fällt leicht, da ich weiß das ich es in einen der vielen Secondhandläden bringen kann, die die Einnahmen daraus an Tierschutzorganisationen weiter geben … Bei jedem Buch, Kleid oder jeder CD denke ich mir: Vielleicht erfreut es ja jemand anders. Das fühlt sich gut an.

Dieses Ausmisten meiner materiellen „Schätze“ geschieht so alle 2-3 Monate oder immer dann, wenn ich mir etwas „Neues/Gebrauchtes“ anschauffe.

Jedoch ist nebst dem materiellen Ausmisten auch immer und immer wieder das Ausmisten von Gedankensystemen dran.

Gerade wird ein Gedankensysteme ausgemistet, dass sich die letzen Tage zeigte.

Gedankensystem Vergangenheit

Am Beispiel der Leere die ich nach dem Abschied meiner Tochter fühlte und einem wertvollen Austausch in einer Facebook-Gruppe öffnete sich diese Tür der unbewussten Anhaftung an die Vergangenheit.

Leere zu fühlen, wenn die Tochter geht =
… da hängt noch etwas …
… ich kann nicht loslassen …
… da ist vielleicht noch ein Verlassenheitstrauma …
… da sorge ich wohl nicht gut für mich …
… ich kann schlecht allein sein …
… hänge an der Mutterrolle …
… sorge noch nicht gut für mich …
… will immer noch „Versorgerin“ sein …
… bin nicht bei mir …

und so weiter, und so fort …

Yep, wer weiß, vielleicht stimmt das Eine oder Andere oder wer weiß, vielleicht – oh Schreck – trifft sogar alles zu …

Alarm. Alarm. ALAAAAAAARRRRMMMMM

Hui, ups, ich muss dringend an mir arbeiten. Meine Leere darf nicht sein. Ich muss mich erfüllt und glücklich fühlen. Ich bin Abhängig von meiner Tochter / meiner Mutterrolle …. und so weiter.

STOP! Selbst wenn etwas davon zutrifft – es interessiert mich NICHT mehr. Es ist mir so was von schnurzpiepegal.

Nicht weil ich verdränge.
Nicht weil ich im Widerstand bin.
Nicht weil ich alte Themen nicht sehen will/kann.
Nicht weil es dann schmerzlich sein könnte.

Es ist mir egal, weil es vorbei ist. PUNKT

Jetzt ist, gerade das Gefühl der Leere.
Jetzt löst dies gerade Zweifel und viele Fragen ohne Antworten aus.
Jetzt fühlt es sich gerade etwas schwer an.
Jetzt fühle ich mich gerade etwas gedroßelt.

Und JETZT ist gerade nur eines dran:
Dies alles wahrzunehmen und zu fühlen. PUNKT

Vergangenheit

Fast hätte sie mich mich wieder eingelullt.

Ich behaupte nicht, dass es prinzipiell schlecht/falsch ist, sich alte Situationen anzuschauen, sie nochmals zu fühlen, ihr Geschenk darin heraus zu kristallisieren …

Jedoch, irgendwann darf damit Schluß sein. Irgendwann, nach mehr als 35 Jahren intensiver Auseinandersetzung mit meiner Vergangenheit, erlaube ich mir selbst diesen alten vergilbten Roman zuzuklappen und einen Neuen zu „schreiben“ … Erlaube ich mir, in ein Buch mit leeren Seiten zu schauen, dass sich im Jetzt schreibt und, als wäre mit einer Zaubertinte geschrieben auch meist sehr schnell sich wieder auflöst …

… und sollte es doch einmal notwendig sein, dann komme ich eh nicht umhin, in den alten, vergilbten Roman zu schauen …

So wie es eben gerade geschieht.

Ausmisten

Wenn ich alte „Klamotten“ ewig im Schrank hängen lasse und sie mir täglich zig mal anschaue, werden sie auch nicht verschwinden …

Das ist , so meine Wahrnehmung, was die meisten Menschen tun, womit sie sich die Zeit, das Hier und Jetzt vertreiben: In den Kleiderschrank gucken und hoffen, dass das Kleid, wenn es oft genug hervor geholt, angeschaut, anprobiert und wieder rein gehängt wird, es eines Tages sich in Luft auflöst …

Ausmisten, sich von Dingen/Gedanken, die nicht merh passen zu trennen, sie loszulassen, dies darf (muss) jede/r in seinem eigenen Haus/Schrank, tun …

Gerne begleite ich dich in diesem Prozess, da ich darin schon echt gut bin

 

 


Ausmisten um sich wieder leicht und vogelfrei fühlen …
🙂 <3

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