Abendstimmung

9.32 Uhr, strahlender Sonnenschein bei im Moment, 13 Grad am Schatten

Egal was auch immer im Laufe des Tages geschah, egal welche Gedankenkonstrukte James mein Verstand so zusammen gezimmert hat und egal, ob der Tag voller schöner Geschenke war, ob mein Rücken vom Jäten des Kiesplatzes sich etwas ramponiert anfühlt … Wenn ich gegen 16.30 Uhr mit meinen beiden hündischen Fellnasen, manchmal auch in Begleitung einer oder aller drei Musketiere (3 Kater) mich zu unserem Abendspaziergang aufmache … dann schmilzt alles was so im Tageslicht kommt und geht, dahin. Dann tauche ich, trotz des Eintretens der Abend- und Nachtkühle, in das Herzwärmende Licht des Sonnenuntergangs. Jeden Abend prächtiger als am Abend davor, so scheint es mir jedes mal … Auf tausenden von Fotos versuche ich dieses Geschenk immer wieder einzufangen B-) …

Ich falle hinaus aus dem Tagesgeschehen und lasse mich von dieser zauberhaften Schönheit die die Natur, die das Unendliche uns Menschen schenkt, hinein fallen. Es ist als würde ich diese Schönheit in mir spüren, fühlen, hören als sanfte, mich in Frieden einhüllende Melodie …

 

 

Gestern habe ich sie zum ersten mal seit Ende des Sommers wieder gesehen. Es scheint wohl schon ziemlich kühl auf der La Maroma zu sein. Sie kommen wieder hinunter, die Wildpferde. Auf der „Skipiste“ (Feuerschneiße) habe entdeckte ich sie: 2 Schimmel und 1 Rappe – so sah es zumindest aus der Ferne aus … Die La Maroma leuchtet rosa … Auf der einen Seite geht die Sonne hinter den Hügeln in der Ferne, unter und auf der anderen Seite, steigt sie leise auf, die Möndin … Wieder einmal voll und rund … heute umgeben von einem riesigen Hof, steht sie an dem was durchsichtigen hellen blau des Himmels …

 

 

Tief berührt. Ich folgen meine Augen Sidi und Pepino. Sie laufen hin und her. Hügel rauf, Hügel runter … schnuppernd … mal weiter von mir weg … dann wieder kurz bei mir … Der ganze Park wird in das Rosa der untergehenden Sonne getaucht. Es ist als wäre es ein Märchen. Verzaubert. Still und doch voller leiser Naturgeräusche und Gerüche. Gesegnet. Erfüllt. Abschalten. Auftanken. Glücklich. In Frieden mit dem was auch gerade immer ist. DANKE

Dies war nicht immer so. Als ich mit 19 Jahren mich von meinem Elternhaus abnabelte um die große weite Welt zu entdecken … als der Pfad zu mir selbst begann, da sah ich auf meinen Reisen oder in meiner Heimat auch Sonnenuntergänge. Ja, Sonnenuntergänge sind schön. Mehr war da nicht als ein Gedanke. Ich nahm wahr, dass wenn ich einen Sonnenuntergang mit anderen Menschen betrachte, dass sie dabei etwas fühlen. Sie wirkten anders, mehr mit sich in Frieden, ruhiger, fast schon andächtig … Mir wurde klar, zumindest interpretierte ich es so, dass sie einen Sonnenuntergang nicht nur sehen sondern auch fühlen. Und das wollte ich auch. Ich wollte die Welt, das Leben, die Natur nicht nur sehen, sondern auch fühlen … Keine Ahnung wie es geschah. Vielleicht geschah es einfach aus meiner Intention, aus meinem Wunsch heraus … mit den Jahren begann ich immer mehr auch das Schöne zu fühlen … nicht nur das was mich schmerzt, was mich verletzt … sondern von Jahr zu Jahr immer mehr auch das Schöne, die Schönheit, das Verzauberte, das Magische was mich umgibt …

 

       

 

Und für dieses Fühlen des Schönen bin ich zutiefst DANKBAR. Es ist für mich das Elixier des Lebens. Vielleicht der einzige Sinn aber auf jeden Fall, der einzige Reichtum der immer und immer wieder glücklich macht. Mich versöhnt mit was auch immer einst geschah und geschieht. Mir Fülle und Frieden schenkt.

„Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heiteren Stunden nur.“ Tja, hat schon was. Oder wie ein Freund mir einmal vor Jahren erzählte: Ich habe ein goldenes Buch in meinem Herzen und dort wird alles Schöne was ich erlebe, hinein geschrieben. Wenn ich mal das Gefühl habe, dass es gerade nicht so schön und angenehm ist, dann blättere in meinem goldenen Buch und weiß wieder, wofür es sich zu leben lohnt …

Ich wünsche allen einen wundervollen Tag und das Einfließen in den Frieden der anbrechenden Nacht.

 

      

 

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